Rund sechs Millionen Menschen besuchen jährlich die wohl berühmteste deutsche Kirche, den Kölner Dom. Bislang war das kostenlos. Das soll sich für Touristen nun ändern.
Mit exakt 157,22 Metern ist der Kölner Dom die vierthöchste Kirche der WeltBild: Shotshop/picture alliance
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Der Kölner Dom wird Touristen in Zukunft Eintritt kosten. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Gotteshauses in der altehrwürdigen Stadt Köln im Westen Deutschlands gedeckt werden, wie Dompropst Guido Assmann auf einer Pressekonferenz mitteilte. Die Gebühr soll ab der zweiten Jahreshälfte erhoben werden und gilt für den großen Innenraum des Doms.
Manches bleibt gratis
Für Gottesdienstbesucher und Betende sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins bleibt der römisch-katholische Dom kostenfrei. Ebenso gratis soll der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleiben.
Bei der überwiegenden Mehrheit der Besucher des Doms handelt es sich aber um Touristen. Diese machen laut Dompropst Assmann etwa 99 Prozent der Besucher aus. Wie hoch die sogenannte "Besichtigungsgebühr für touristische Besucherinnen und Besucher" sein wird und wie die Kontrollen ablaufen, wollte er noch nicht mitteilen.
Dompropst Guido Assmann begründet die geplante Eintrittsgebühr mit gestiegenen KostenBild: Sascha Thelen/dpa/picture alliance
Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt. Nun teilte das Domkapitel mit, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge minus gemacht wurde. Über viele Jahre hätte man das noch mit Rücklagen auffangen können.
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Kosten lassen sich nur durch Eintritt stemmen
Der Dom hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Defizite verzeichnet. Sach- und Personalkosten waren deutlich gestiegen. Die Rücklagen seien "in absehbarer Zeit" aufgebraucht, die Kosten seien ohne den Eintritt nicht mehr zu stemmen, begründete Domrendant Clemens van de Ven die Entscheidung, künftig Touristen zur Kasse zu bitten. Van de Ven ist für den Wirtschaftsplan der Kathedrale zuständig.
Schloss Neuschwanstein ist weltberühmt und deshalb auch die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland. Oder? Die Besucherzahlen des Jahres 2022 halten einige Überraschungen bereit.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/picture alliance/dpa
Platz 10: Frauenkirche Dresden, 900.000 Besucher
Die Dresdner Frauenkirche mit ihrer eleganten Kuppel ist ein Meisterwerk des Barock. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört und erst nach mehr als vier Jahrzehnten wiederaufgebaut, auch Dank vieler Spenden aus aller Welt. Heute ist die Frauenkirche ein Symbol der Hoffnung und der Versöhnung.
Bild: picture-alliance/Arco Images
Platz 9: Deutsches Museum, 925.000 Besucher
Das Deutsche Museum in München ist eines der größten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Welt. Zu sehen sind rund 28.000 Objekte von der Chemie über die Luft- und Raumfahrt bis hin zur Robotik. Dazu kommen Science-Shows und Mitmach-Experimente – in München haben Technik-Muffel keine Chance!
Bild: Frank Hoermann/SVEN SIMON/picture alliance
Platz 8: St. Michaelis, 1,1 Millionen Besucher
Diese Kirche gehört zu Hamburg wie der Hafen und die Reeperbahn: Sankt Michaelis, liebevoll der Michel genannt, gilt als eine der schönsten Barockkirchen Norddeutschlands. Der Michel ist mit sechs Orgeln ausgestattet, die abwechselnd jeden Mittag um 12 Uhr zu hören sind. Der Eintritt für diese kleinen Mittagskonzerte ist übrigens frei!
Bild: Thomas Lammeyer/imageBROKER/picture alliance
Platz 7: Miniaturwunderland Hamburg, 1,3 Millionen Besucher
Es ist schon jetzt die größte Modelleisenbahnanlage der Welt und immer wieder werden neue Erlebniswelten dazugebaut – neben Hamburg kann man Italien, Skandinavien, Patagonien oder Rio de Janeiro erkunden. Eine Weltreise im Kleinen, die großen Spaß macht!
Bild: Markus Scholz/dpa/picture alliance
Platz 6: Humboldt-Forum, 1,5 Millionen Besucher
Das Humboldt-Forum in Berlin ist gerade einmal zwei Jahre alt und schon ein absoluter Besuchermagnet. Außen sieht es in weiten Teilen aus wie das alte Stadtschloss der Preußenkönige, im Inneren aber verbirgt sich ein modernes Museums- und Ausstellungshaus mit einem breitgefächerten Angebot. Das reicht von Berlins Geschichte über Naturwissenschaften bis hin zu Kunstschätzen aus aller Welt.
Bild: elxeneize/Zoonar/picture alliance
Platz 5: Zeche Zollverein: 1,6 Millionen Besucher
Die Zeche Zollverein in Essen war einst das größte Steinkohlebergwerk der Welt, heute zählt das Industriedenkmal zum UNESCO-Weltkulturerbe. Auf dem riesigen Gelände gibt es Kunstausstellungen, Konzerte, Festivals, aber auch jede Menge Industriegeschichte. Der berühmte Förderturm ist ein beliebtes Fotomotiv und wird übrigens auch "Eiffelturm des Ruhrgebietes" genannt.
Bild: Jochen Tack/picture alliance
Platz 4: Topographie des Terrors, 2 Millionen Besucher
Das Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors" in Berlin steht an jenem Ort, wo sich von 1933 bis 1945 der Sitz der SS und der Geheimen Staatspolizei befand. Hier wurden die millionenfachen Nazi-Verbrechen organisiert, etwa die Deportation der Juden. Das Dokumentationszentrum informiert über Täter und Opfer und hält die Erinnerung an dieses grausame Kapitel der deutschen Geschichte wach.
Bild: Nadine Michollek/DW
Platz 3: Museumsinsel Berlin, 2,2 Millionen Besucher
Die ägyptische Königin Nofretete ist sicherlich der Star auf der Berliner Museumsinsel. Oder ist es der Pergamonaltar? Oder das Ischtartor aus Babylon? Insgesamt gehören fünf Häuser zur Museumsinsel, und sie zeigen Kunstschätze aus 6000 Jahren Menschheitsgeschichte. Die UNESCO hat diesen Museumskomplex zum Weltkulturerbe erklärt.
Bild: DW
Platz 2: Elbphilharmonie Hamburg, 2,8 Millionen Besucher
Sechs Jahre ist die Elbphilharmonie jetzt alt, aber ihre Anziehungskraft ist noch immer enorm. Touristen aus dem In- und Ausland besuchen das Haus, oft auch ohne Konzertkarte. Denn sie wollen einfach nur die außergewöhnliche Architektur bewundern. Und das können sie auf der Aussichtsplattform Plaza, die Tickets dafür sind kostenlos.
Bild: Juergen Tap/HOCH ZWEI/picture alliance
Platz 1: Kölner Dom, 4,3 Millionen Besucher
Über vier Millionen Menschen haben 2022 den Kölner Dom besucht. Er ist mit 157 Metern Höhe die drittgrößte Kirche der Welt, sie bietet Platz für 4000 Menschen. Der Kölner Dom ist ein Meisterwerk der Gotik, UNESCO-Weltkulturerbe und: die beliebteste Sehenswürdigkeit in Deutschland!
Bild: Jochen Tack/picture alliance
Bonus: Brandenburger Tor, Berlin
Vermisst Ihr noch einige Attraktionen? Zum Beispiel das Brandenburger Tor in Berlin? Oder den Marienplatz in München? Sie sind nicht in diesem Ranking dabei, weil an diesen öffentlichen Orten niemand die Besucher zählt. Dennoch stehen sie in der Beliebtheitsskala der Touristen zweifellos ganz weit oben. Und Schloss Neuschwanstein? Das hat es mit 700.000 Besuchern nur auf Platz 15 geschafft.
Bild: S. Ziese/picture alliance/blickwinkel
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Mit dem Bau des Kölner Doms war 1248 begonnen worden, 1880, also mehr als sechs Jahrhunderte später, wurde die Kirche vollendet. Der Dom gehört nicht dem Erzbistum Köln. Die Hohe Domkirche zu Köln ist eine sogenannte selbstständige juristische Person des öffentlichen Rechts.
2024 hatte der Dom in seinem Finanzbericht ein Minus von 240.000 Euro verzeichnet. Ausgaben von rund 14,2 Millionen Euro standen Einnahmen von rund 14 Millionen Euro gegenüber. Der größte Anteil stammte mit rund einem Drittel vom gemeinnützigen Zentral-Dombau-Verein, der den Erhalt des Doms fördert. Weitere Mittel kamen etwa vom Bundesland Nordrhein-Westfalen und der Stadt Köln, dem Erzbistum sowie aus Spenden und Eintrittsgeldern für Turm und Schatzkammer.
In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Allerdings kosten zum Beispiel Turmbesteigungen und Kirchenschatz-Ausstellungen auch hierzulande häufig Eintritt. Im Ausland sind Zugangsgelder für Kirchen üblicher. In Spanien etwa zahlt man in der Sagrada Família in Barcelona 26 Euro Eintritt.