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Dobrindt: Millionen-Belohnung im Kampf gegen Linksextreme

27. Januar 2026

Der Bundesinnenminister will den Linksextremismus hierzulande stärker ins Visier nehmen - dafür ziehe man nun "alle Register". Bei der Aufklärung des Anschlags auf Berlins Stromnetz soll ein finanzieller Anreiz helfen.

Deutschland Berlin 2026 | Bundesinnenminister Alexander Dobrindt
Alexander Dobrindt: "Wir rüsten auf für den Kampf gegen den Linksextremismus"Bild: Sebastian Gollnow/dpa/picture alliance

Wer dem Bundeskriminalamt (BKA) entscheidende Informationen zur Aufklärung des Brandanschlags auf die Berliner Stromversorgung Anfang Januar liefert, kann mit einer Belohnung von bis zu einer Million Euro rechnen. Diese hohe Summe solle "die Bevölkerung zur Mitwirkung animieren", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt in Berlin. "Ich finde es angemessen, dass man mit einer Belohnung in dieser Größenordnung deutlich macht, wie ernsthaft die Lage ist", fügte der Politiker der konservativen CSU hinzu.

Mehr als 100.000 Menschen hätten unter dem tagelangen Stromausfall im Südwesten der deutschen Hauptstadt zu leiden gehabt, blickte Dobrindt zurück. Deshalb ziehe man nun "alle Register". Das BKA werde sein Personal verstärken, um rund um die Uhr Hinweise auf die Täter entgegennehmen zu können. Der Zeugenaufruf läuft bis zum 24. Februar.

Den folgenschweren Anschlag auf eine Kabelbrücke über den Teltowkanal am 3. Januar hatte eine linksextremistische "Vulkangruppe" für sich reklamiert. Ermittler stuften das Bekennerschreiben als glaubwürdig ein.

Inzwischen ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe. "Vulkangruppen" hatten sich in der Vergangenheit auch schon zu zwei Anschlägen auf die Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide bekannt.

Alles dunkel: Straße im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf (Aufnahme vom 6. Januar 2026)Bild: Ben Kriemann/PIC ONE/picture alliance

Dobrindt stellt "Nachholbedarf" fest

Im Kampf gegen Linksextremismus sieht Dobrindt auch allgemein einen "Nachholbedarf" in Deutschland. Man wolle Personen aus diesem Spektrum "auf den Leib rücken", kündigte er an. Ermittler sollten mehr Befugnisse bekommen - etwa bei der digitalen Datenanalyse, der automatischen Gesichtserkennung und der Speicherung von IP-Adressen.

Die Sicherheitsbehörden hätten den Linksextremismus zwar immer mit im Blick gehabt. Die Betrachtung der unterschiedlichen Phänomenbereiche sei jedoch "unterschiedlich ausgeprägt" gewesen, erklärte der Innenminister. Er werde nun dafür sorgen, dass die Beobachtung des linksextremistischen und linksterroristischen Spektrums durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) verstärkt werde. Das bedeute jedoch nicht, dass man bei der Beobachtung von Rechtsextremisten oder islamistischen Terroristen nachlassen werde.

wa/pgr (afp, dpa, rtr, epd)

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