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Deutschland schiebt verurteilten Straftäter nach Syrien ab

23. Dezember 2025

Erstmals seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 ist ein Straftäter zurück in seine Heimat abgeschoben worden. Kurz davor musste bereits ein Afghane ausreisen.

Schild mit der Aufschrift: Abschiebung weist die Richtung für die Abschiebung von Personen (Symbolfoto)
Auf Abschiebungen - auch nach Syrien - hatten sich Union und SPD im Koalitionsvertrag verständigt (Symbolfoto)Bild: Michael Bihlmayer/picture alliance

Der verurteilte Straftäter sei am Vormittag den Behörden in Damaskus übergeben worden, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Der Mann habe in Nordrhein-Westfalen eine Haftstrafe wegen besonders schweren Raubes, Körperverletzung und Erpressung verbüßt. Zuvor berichtete die "Bild"-Zeitung.

Über Abschiebungen im Koalitionsvertrag verständigt 

Am Morgen war bereits ein Straftäter nach Afghanistan abgeschoben worden. Es war nach Ministeriumsangaben die zweite Abschiebung eines afghanischen Straftäters innerhalb einer Woche. Der Mann hatte in Bayern den Angaben nach unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung im Gefängnis gesessen.
 
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte: "Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan müssen möglich sein. Unsere Gesellschaft hat ein berechtigtes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen. Wir stehen für Kontrolle, Konsequenz und klare Kante." 

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (Archivfoto)Bild: Sebastian Rau/photothek.de/picture alliance

Auf Abschiebungen - auch nach Syrien - hatten sich Union und SPD im Koalitionsvertrag verständigt. Dort heißt es: "Nach Afghanistan und Syrien werden wir abschieben - beginnend mit Straftätern und Gefährdern."

Kanzler Merz setzt sich für schnelle Wiederaufnahme ein

Das Bundesinnenministerium habe in den vergangenen Monaten sowohl mit der syrischen Regierung als auch mit Vertretern der Verantwortlichen in Afghanistan Gespräche geführt, hieß es. Nun gebe es Vereinbarungen darüber, dass Abschiebungen von Straftätern und Gefährdern künftig regelhaft stattfinden könnten. 

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er sich beim syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa persönlich für eine schnelle Wiederaufnahme der Abschiebungen nach Syrien einsetzen will. "Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet. Es gibt jetzt keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland und deswegen können wir auch mit Rückführungen beginnen", sagte der CDU-Chef Anfang November in Schleswig-Holstein. 

Ein Jahr nach Assads Sturz: Syrien noch immer in Trümmern

02:49

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In Syrien wurde vor gut einem Jahr der langjährige Machthaber Baschar al-Assad durch die Islamistenmiliz HTS gestürzt, angeführt von al-Scharaa. Dieser wurde zum Übergangspräsidenten ernannt und steuert das Land seitdem hin zu einer Öffnung und Annäherung an den Westen.

pg/pgr (dpa, kna, rtr, epd)

Redaktionsschluss 17.00 Uhr (MEZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!