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Immer mehr Syrer verlieren Schutzstatus in Deutschland

16. August 2026

Die Bundesregierung meldet einen deutlichen Anstieg bei Widerrufen des Schutzstatus für Syrer. Doch zu Abschiebungen kommt es selten.

Deutschland Mainz 2024 | Exil-Syrer mit Flaggen feiern Sturz des Assad-Regimes
Exil-Syrer feiern den Sturz des Assad-Regimes (im Dezember 2024 in Mainz)Bild: Andreas Arnold/dpa/picture alliance

Die Zahl der Syrer, denen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Status als Flüchtling in Deutschland aberkennt, nimmt allmählich zu. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht, endeten im ersten Halbjahr 2026 rund 23 Prozent von 8320 Überprüfungen mit dem Widerruf oder der Rücknahme des Schutzstatus.

Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatten nach einer solchen Überprüfung knapp vier Prozent der Geflüchteten mit syrischer Staatsangehörigkeit ihren Schutzstatus verloren. 2024 waren es etwa drei Prozent. 

Veränderte Situation in Syrien

Zu einem Widerruf kommt es, wenn die Voraussetzung für den Schutz nachträglich wegfallen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich die Lage im Heimatland der Geflüchteten grundsätzlich ändert. Seltener ist die Rücknahme. Sie greift, wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass jemand im Asylverfahren falsche Angaben zu seiner Herkunft oder den Fluchtgründen gemacht hat.

Herrschte in Syrien von 2000 bis 2024: Baschar al-Assad (Archivfoto)Bild: SANA/AP Photo/dpa/picture alliance

Nachdem eine von Islamisten angeführte Rebellenallianz auf die Hauptstadt Damaskus vorgerückt war, hatte Präsident Baschar al-Assad im Dezember 2024 sein Land verlassen. Nach dem Sturz des Langzeitmachthabers kehrten Hunderttausende syrische Flüchtlinge in ihre Heimat zurück - vor allem aus der Türkei, dem Libanon und aus Jordanien.

Die Sicherheitslage in Syrien ist in einigen Gebieten allerdings noch angespannt, teils kam es zu Gewalt zwischen konfessionellen Gruppen. Viele Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. In Regionen, die während des Bürgerkrieges umkämpft waren, fehlt es zudem an Wohnraum.

Abschiebungen bleiben schwierig

Wenn einem Syrer der Schutzstatus entzogen wird, er sich keinen anderen Aufenthaltstitel - etwa über eine Erwerbstätigkeit - sichern kann und auch eine Einbürgerung nicht infrage kommt, ist eine Abschiebung aus Deutschland derzeit dennoch kurzfristig nicht wahrscheinlich. Erzwungene Rückführungen kommen bisher kaum zustande, auch weil es im Einzelfall einer Kooperation der syrischen Übergangsregierung und ihrer Behörden bedarf. So gab es im ersten Quartal 2026 nach Auskunft der Bundesregierung lediglich drei Abschiebungen nach Syrien.

wa/pgr (dpa, BAMF)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert! 

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