DFB-Frauen stehen im Finale der Nations League
29. Oktober 2025
DFB-Direktorin Nia Künzer fiel nach dem Schlusspfiff in Caen in Nordfrankreich Bundestrainer Christian Wück um den Hals. "Ich glaube, wir können unglaublich stolz sein. Also, ich bin es - und freue mich wirklich für das Trainerteam und die Mädels", sagte die Weltmeisterin nach dem Einzug der deutschen Fußballerinnen ins Finale der Nations League.
Vier Tage nach dem 1:0-Erfolg im Halbfinal-Hinspiel in Düsseldorf gegen Frankreich erkämpften die DFB-Frauen in der Normandie in einer wilden Partie ein 2:2 (1:1)-Unentschieden.
Vor den mehr als 18.000 lautstarken Zuschauerinnen und Zuschauern im Stade Michel-d'Ornano trafen Frankfurts Nicole Anyomi (12. Minute) und - wie schon im Hinspiel - FC-Bayern-Stürmerin Klara Bühl (50.) für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft.
Melvine Malard (3.) hatte die Französinnen früh in Führung gebracht. Clara Mateo sorgte mit ihrem späten Treffer (89.) dafür, dass die Mannschaft von Christian Wück in der Schlussphase noch einmal zittern musste.
Wück hätte sich abgeklärtere Spielweise gewünscht
"Die Entwicklung, die die Mannschaft seit Oktober 2024 gemacht hat, die habe ich mir erhofft. Dass wir jetzt im Finale stehen, ist für uns ein schöner Erfolg", sagte der sichtlich erleichterte Bundestrainer, der sein Team in den letzten Minuten wild gestikulierend angefeuert hatte.
Wück haderte nach der rasanten Partie allerdings mit der riskanten Spielweise bei einer 2:1-Führung. "Da kommt dann das kleine Kind zutage, wo alle Fußball spielen wollen, wo alle die Atmosphäre genießen wollen", so der 52-Jährige. "Auf dem Niveau kann das natürlich auch in die Hose gehen."
Dass dies nicht geschah, lag auch an Torhüterin Stina Johannes, die die am Knie verletzte Ann-Katrin Berger vertrat und eine starke Leistung zeigte. Die 25-Jährige vom VfL Wolfsburg empfahl sich für den Fall, dass Berger ihre DFB-Karriere nicht über dieses Jahr hinaus fortsetzt.
"Sie hat Ihre Chance genutzt. Sie hat auf sehr, sehr hohem Niveau zwei Spiele abgeliefert, die nicht einfach waren - vom Druck her, von der gegnerischen Klasse her", sagte Wück.
Jetzt gegen die Weltmeisterinnen aus Spanien
Im Finale der Nations League treffen die DFB-Frauen nun auf Spanien - im Hinspiel am 28. November in Kaiserslautern und im Rückspiel am 2. Dezember im Estadio Metropolitano von Atletico Madrid. Gegen die Weltmeisterinnen hatten die deutschen Frauen das EM-Halbfinale im Juli in der Schweiz mit 0:1 nach Verlängerung verloren.
"Wir starten das Spiel nicht mit großen Bauchschmerzen und mit einem Rucksack. Wir starten mit einem 0:0", sagte Sportdirektorin Künzer. "Ich glaube, da sollten wir uns schon auch berechtigte Hoffnungen machen." Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist es das erste internationale Endspiel seit dem verlorenen EM-Finale 2022 in England. Davor hatte das deutsche Team bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro Gold gewonnen.
"Ja, es ist keine WM und auch keine EM", räumte Bundestrainer Wück mit Blick auf die Nations League ein. "Aber es ist ein Finale."
------------------------
Frankreich - Deutschland 2:2 (1:1)
Tore: 1:0 Malard (3.), 1:1 Anyomi (12.), 1:2 Bühl (50.), 2:2 Mateo (89.)
Zuschauer in Caen: 18.112