DFB-Frauen verlieren Nations-League-Finale gegen Spanien
Veröffentlicht 1. Dezember 2025Zuletzt aktualisiert 2. Dezember 2025
Lange Gesichter bei den DFB-Frauen. Nichts wurde aus dem heiß ersehnten ersten internationalen Titel für Deutschlands Fußballerinnen nach dem Olympia-Gold 2016 in Rio de Janeiro. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Wück verlor nach dem 0:0 im Hinspiel in Kaiserslautern das Final-Rückspiel der Nations League in Madrid gegen Weltmeister Spanien klar und deutlich mit 0:3 (0:0).
"Die erste Hälfte haben wir ausgeglichen gestaltet, danach konnten wir das Niveau nicht mehr halten, so ehrlich müssen wir sein", räumte Wück nach dem Spiel ein. "Wir haben alles investiert. Irgendwann haben die Kräfte nachgelassen."
Claudia Pina mit einem Doppelpack (61. und 74. Minute) und Victoria Lopez (68.) trafen für die überlegenen Spanierinnen und ließen auch König Felipe VI. auf der Ehrentribüne jubeln. 55.843 Fans sorgten für einen Rekordbesuch bei einem Spiel der spanischen Frauen-Nationalmannschaft.
Von Beginn an dominante Spanierinnen
"Wir wollen das, was wir in Kaiserslautern angefangen haben, zu Ende führen", hatte Bundestrainer Wück noch vor dem Anstoß im ARD-Interview gesagt. Dementsprechend hatte er auch seine Startelf nicht verändert. Es begannen die elf selben Spielerinnen wie im Hinspiel. Doch die Partie verlief gegenteilig zu der in Kaiserslautern: Nicht die deutsche Mannschaft, sondern die spanische dominierte.
Nach sechs Minuten hätte es schon 2:0 für die Gastgeberinnen heißen können. Esther Gonzalez tauchte frei vor der deutschen Torhüterin Ann-Katrin Berger auf, doch ihr Schuss ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Kurz darauf musste sich Berger ganz lang machen, um einen Kopfball von Alexia Putellas zu halten.
Nach einer Viertelstunde legte die deutsche Mannschaft ihre Nervosität ab und kam selbst zu einigen Chancen - wenngleich die letzte Entschlossenheit im Abschluss fehlte. Die besseren Gelegenheiten hatten weiterhin die Spanierinnen, die allerdings daraus zunächst kein Kapital schlagen konnten.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Berger noch einmal Kopf und Kragen riskieren, um gleich zweimal gegen Mariona Caldentey zu klären. Im Gegenzug wie aus dem Nichts fast der Führungstreffer für Deutschland: Nicole Anyomis Schuss strich um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei. Dennoch war das 0:0 nach 45 Minuten ein schmeichelhaftes für die DFB-Frauen.
Ein haltbarer Schuss, zwei unhaltbare Treffer
Nach gut einer Stunde zappelte der Ball dann doch erstmals im Netz des deutschen Tors. Pina zog von der Strafraumgrenze aus flach ab. Berger war noch mit der Hand dran, konnte das 0:1 aber nicht verhindern.
Ein durchaus haltbarer Schuss - im Gegensatz zu jenem sieben Minuten später: Lopez schlenzte den Ball aus 16 Metern ins lange Eck.
Ebenfalls ein Treffer aus der Kategorie Traumtor sorgte dann für die endgültige Entscheidung zugunsten der Spanierinnen. Nach einem unnötigen Ballverlust des DFB-Teams am Mittelkreis lief Pina auf das deutsche Tor zu und ließ mit einem schönen Schuss aus 18 Metern der deutschen Torfrau Berger keine Abwehrchance.
Sjoeke Nüsken: "Werden daran wachsen"
Damit war der Traum der deutschen Fußballerin vom Nations-League-Titel geplatzt. Wieder einmal - wie schon bei der unglücklichen Halbfinal-Niederlage bei der Europameisterschaft in diesem Jahr in der Schweiz - war Spanien eine unüberwindbare Hürde.
"Das 0:1 hat uns das Genick gebrochen. Die Spanierinnen waren einfach total effizient", sagte Sjoeke Nüsken nach dem Abpfiff. Man habe aber "über weite Strecken" gesehen, "dass wir mit Spanien mithalten können", so die Mittelfeldspielerin. "Wir werden daran wachsen."
Vielleicht gibt es an diesem Mittwoch ja noch ein Trostpflaster für Deutschlands Frauenfußball: Die Europäische Fußball-Union (UEFA) entscheidet über den Gastgeber der Frauen-EM 2029. Neben Deutschland gibt es zwei weitere Bewerber: Polen sowie das skandinavische Duo Dänemark und Schweden.
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Spanien - Deutschland 3:0 (0:0)
Tore: 1:0 Pina (61.), 2:0 Lopez (68.), 3:0 Pina (74.)
Zuschauer in Madrid: 55.843