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DFB-Team: Bundestrainer Jürgen Klopp startet mit XXL-Kader

17. September 2026

Mit einer radikalen Erneuerung mit gleich zwei Kadern und 16 möglichen Debütanten startet Klopp in die Fußball-Nations-League. Zudem sendet er ein klares Zeichen gegen rechte Politik in Deutschland.

Bundestrainer Jürgen Klopp gestikuliert bei einer Pressekonferenz in Frankfurt
Seit August 2026 ist Jürgen Klopp Bundestrainer der deutschen Fußball-NationalmannschaftBild: Hannes P. Albert/AFP

Alles anders, alles neu - das ist die Maßgabe des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp. Doch wird unter ihm auch wirklich alles besser beim DFB-Team? Nach dem Ende von Julian Nagelsmann, der nach der verpatzten Weltmeisterschaft seinen Hut nehmen musste, möchte Klopp nun eine neue - und wieder erfolgreiche - Ära beim Deutschen Fußball-Bund einleiten.

Der Bundestrainer berichtete von "super" Gesprächen mit seinen möglichen Kandidaten für das DFB-Team. "Es bedeutet ihnen allen unglaublich viel, für die Nationalmannschaft zu spielen. Wir haben gemeinsam beschlossen, das wieder sichtbar zu machen."

Mit Basecap und Trainingsjacke betrat Klopp den gut gefüllten Presseraum auf dem DFB-Campus in Frankfurt. Ein knappes "Guten Morgen" in Richtung der wartenden Medienvertreterinnen und Vertreter und dann startete der Bundestrainer mit seiner ersten Kader-Nominierung - und sorgte gleich für ein Novum.

Alte Bekannte nicht mehr dabei

Der 59-Jährige geht mit zwei Kadern in Rekordgröße in seine ersten Spiele mit der DFB-Elf. Das Aufgebot der Fußball-Nationalmannschaft für den Auftakt in der Nations League umfasst insgesamt 44 Spieler, darunter noch 16 WM-Fahrer und gleich 16 Akteure ohne Länderspieleinsatz.

"Die Kaderzusammenstellung hat Spaß gemacht, ich bin ganz happy damit", freute sich Klopp und betonte: "Wir haben ganz viele Fußballtalente gefunden. Ich möchte so viele Spieler wie möglich kennenlernen."

Ganz neu in den beiden Kadern für je zwei Spiele sind Hennes Behrens vom FC Augsburg, die Freiburger Max Rosenfelder, Philipp Treu, Yannik Engelhardt und Derry Scherhant, Bambasé Conté von Hoffenheim, Younes Ebnoutalib von Eintracht Frankfurt, der Stuttgarter Finn Jeltsch, der Elversberger Felix Keidel sowie die Legionäre Vitaly Janelt vom FC Brentford und Mika Baur von Celtic Glasgow.

"Wir sehen was in den Jungs, wir sehen ganz viel Potenzial. Es ist uns ganz viel Talent ins Auge gesprungen", sagte Klopp. "Wir haben nicht geguckt, was haben wir nicht, sondern was haben wir. Ich bin happy mit der Auswahl."

Deniz Undav sorgte bei der Weltmeisterschaft 2026 noch für Tore im DFB-Trikot - jetzt ist er erstmal nicht mehr dabeiBild: Markus Ulmer/Pressefoto Ulmer/picture alliance

Dafür verzichtet Klopp neben Deniz Undav und Leroy Sané auch auf Oliver Baumann, den verletzten Leon Goretzka, Pascal Groß, den angeschlagenen Angelo Stiller oder Jamie Leweling. Manuel Neuer und Antonio Rüdiger waren nach dem neuerlichen WM-Desaster zurückgetreten.

Noch 15 Turnierverlierer um Kapitän Joshua Kimmich sind dabei. Und gleich fünf Torhüter, darunter erstmals seit 15 Monaten auch wieder die alte und neue Nummer 1 Marc-André ter Stegen, der aktuell bei Ajax Amsterdam unter Vertrag steht. "Er ist fit und bringt die notwendige Erfahrung mit", erklärte Klopp. "Es wird aber immer von der Leistung abhängig sein. Wir haben keinerlei Torhüterproblem."

Klopp: "Wollen uns gerne die Fahne zurückholen"

Neben den sportlichen Themen wurde der neue Bundestrainer auch politisch und nutzte die Pressekonferenz auch für eine Grundsatzrede gegen rechts und für "positiven Patriotismus."

Bundestrainer Jürgen Klopp möchte die deutsche Fahne wieder mit positiven Eigenschaften verbindenBild: Maximilian Koch/picture alliance

"Ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen", sagte Klopp. "Ich möchte, dass wir sie immer so schwingen, dass niemand denkt, was mit dir nicht in Ordnung ist. Sondern dass man einfach nur das Gefühl hat, du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, dass du in diesem wundervollen Land geboren, aufgewachsen und zugezogen bist."

Er sei "kein Fachmann" für Politik, aber er wolle "Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen. Aber ich weiß nicht mehr, ob man das Wort überhaupt so benutzen kann, darf. Ohne dass das falsch verstanden wird."

Der Fußball sei dann dazu da, die Stimmung aufzuhellen. "Es ist wichtiger, dass wir Ärzte haben. Es ist wichtiger, dass wir Pflegepersonen haben. Es ist wichtiger, dass wir ganz, ganz viele Menschen in ganz vielen Berufen haben." Der Fußball könne hier aber "ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln, dass wir wirklich die Kraft des Sports spüren."

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