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"Die Bassajew-Schwestern sind bereits in Moskau"

7. Juli 2003

– Zu den Anschlagen auf ein Moskauer Rockkonzert

Moskau, 7.7.2003, NESAWISSIMAJA GASETA, russ., A. Skrobot, D. Simakin

Anfang Mai berichtete das Innenministerium Tschetscheniens, dass im Verband von Schamil Bassajew 36 Selbstmordattentäterinnen ausgebildet wurden, die der Terrorist Nr.1 in russische Städte schicken will, damit sie dort Terroranschläge verüben. Damals hat kaum jemand diese Information zur Kenntnis genommen – ein Bericht der Sicherheitskräfte, die zum wiederholten Male einen Wunsch als Wirklichkeit darstellen, ihre Informiertheit demonstrieren wollen. Die tragischen Ereignisse auf dem Flughafen Tuschino haben jedoch gezeigt, dass die "Bassajew-Schwestern" bereits in Moskau sind. (...)

Noch vor einigen Tagen erklärte der Chef des Antiterroristischen Zentrums, Generaloberst Boris Mylnikow, auf einer Pressekonferenz: "Es ist praktisch unmöglich, einen Terroranschlag zu verhindern, an dem sich ein Selbstmordattentäter beteiligt." Man muss klarstellen, dass es ungeachtet der Absperrungen der Miliz, möglich war, auf den Flughafen vorzudringen. Die Einwohner des Stadtbezirks Strogino berichteten, dass man an das andere Ufer, nach Tuschino, mit Booten gelangen könne, die an warmen Tagen hier keine Seltenheit seien. Wer kann außerdem garantieren, dass die Extremisten bei der Planung des Terroranschlags lediglich die Dienste der "Schwarzen Witwen" nutzen wollten?

Natürlich können sich die Terroristen in der letzten Zeit in Moskau nicht so frei fühlen wie zum Beispiel am 27. Dezember letzten Jahres in Grosny, als ein mit Salpeter beladener Lastwagen ins Regierungsgebäude eingedrungen war (72 Personen kamen ums Leben). Oder wie es am 5. Juni der Fall war, als ein junge Frau aus Tschetschenien einen Bus angriff, der auf dem Weg zum Militärflughafen in Mosdok war (20 Personen umgekommen). (...)

Die Gesprächspartner des Korrespondenten der "Nesawissimaja gaseta" von den Oberoffizieren der Verwaltung für innere Angelegenheiten der Hauptstadt hoben eine weitere Tatsache hervor: heute ist es praktisch unmöglich, ein "KamAS"-Auto mit Sprengstoff zu beladen und dieses an einen Ort zu fahren, wo viele Leute versammelt sind. Was ist jedoch mit einem "Gasel"-Auto oder einem "Lada"? Können diese doch auch mit Sprengstoff vollgestopft werden. Dann bringt die Milizabsperrung kaum etwas. Außerdem, so die Gesprächspartner der "Nesawissimaja gaseta", ist es in Moskau zwei Wochen vor dem außerordentlichen Vorfall in Tuschino zu einem Antikorruptionsskandal gekommen, infolge dessen sechs Offiziere der Moskauer Kriminalpolizei verhaftet wurden. Eben diese Leute, zu deren Aufgaben die Bekämpfung des Waffen- und Sprengstoffschmuggels gehört, waren mit den letzten "Terroranschlägen" beschäftigt – der Explosion vor "McDonalds" in der Pokryschkin Straße, der Geiselnahme im Theater von Dubrowka..." (lr)

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