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Die Ost-Ampelmännchen - 40 Jahre alt und immer noch dienstbereit

15. Oktober 2001

Sie sind ein Stück DDR-Geschichte: Die Ampelmännchen, mit putzigem Hut und ein wenig stämmiger als ihr westliches Gegenstück.

Bild: AP

Ihre Heimat ist sowohl die westsächsische Kleinstadt Wildenfels als auch Berlin. In der damaligen Hauptstadt der DDR sind die Ampelmännchen entworfen und am 13. Oktober 1961 erstmals vorgestellt worden. In Sachsen werden die Ost-Ampelmännchen wie eh und je noch immer im selben Betrieb gefertigt, in der ehemaligen VEB Signaltechnik Wildenfels, der heutigen Zwickauer Verkehrstechnik Roßberg GmbH.

Die Figuren wurden jahrelang getestet

Der Entwurf für die grüne und die rote Figur mit Hut stammt von dem Verkehrspsychologen Karl Peglau. Doch bis die Ampelmännchen aus dem Jahr 1961 tatsächlich für mehr Sicherheit an den Straßen in der DDR sorgten, gingen mehr als zehn Jahre ins Land. Während dieser Zeit sei die Wirkung der Männchen an ausgewählten Kreuzungen in Berlin getestet worden, erinnert sich Peglau.

Offizieller Dienstbeginn war 1975

1973 wurden Peglaus Entwürfe zum Gesetz. Der Wildenfelser Betrieb sollte die Fußgängerampeln für den gesamten Arbeiter- und Bauernstaat fertigen. Zwei weitere Jahre zogen ins Land, dann war es soweit: In der Hauptstadt der DDR, im Zentrum von Ost-Berlin, gingen die ersten neuen Ampeln mit dem grünen "Geher" und dem roten "Steher" offiziell in Dienst.

In dem Betrieb bei Zwickau wurden danach pro Jahr rund 1000 Fußgängerampeln zusammengeschraubt. Nach und nach hielten die beiden Gesellen in der gesamten DDR Einzug, gehörten zum alltäglichen Straßenbild.

Mit der Wende drohte das Aus

Das sollte sich mit der Wende grundlegend ändern. Mit der Wiedervereinigung waren die Ost-Ampelmännchen plötzlich vom Aussterben bedroht. Westliche Konzerne hatten sich die Straßenkreuzungen in den neuen Bundesländern gesichert. Damit übernahmen an nahezu allen neu aufgestellten Fußgängerampeln auch "Westkollegen" die Arbeit der Ost-Ampelmännchen.

"Rettet das Ampelmännchen"

Doch das wollten viele ehemalige DDR-Bürger nicht hinnehmen. Auch Westdeutsche sympathisierten mit den beiden Ampelmännchen, die zu inzwischen auch im Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ihren festen Platz haben. Ein Komitee "Rettet das Ampelmännchen" wurde ins Leben gerufen. Ampelmännchen-Souvenirs gibt es zuhauf. Das Markenrecht an den Figuren beschäftigt regelmäßig Anwaltskanzleien.

Jetzt hängt das Männchen auch im Westen

Inzwischen ist die Zukunft der Ost-Ampelmännchen gesichert. In Sachsen beispielsweise dürfen an allen Bundesstraßen nur Anlagen mit Ost-Ampelmännchen die Fußgängerüberwege sichern. Viele Kommunen folgten diesem Vorbild. Sogar in Heidelberg gehören die Figuren längst zum gewohnten Straßenbild. Berlin hingegen ist mit Blick auf Fußgängerampeln weiter eine geteilte Stadt.

Heute werden in Wildenfels noch immer Fußgängerampeln mit den Figuren montiert, noch immer sind es etwa 1000 im Jahr. Und Erfinder Peglau gönnte sich zum 40. Geburtstag "seiner" Figuren bei einer kleinen Feier ein Glas Sekt auf die Zukunft der Ampelmännchen.

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