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"Diebstahl, Missbrauch, Missmanagement, Korruption"

26. Februar 2003

- Ergebnisse der ersten internationalen Revision eines Energiekonzerns in der Republika Srpska

Köln, 26.2.2003, DW-radio / Bosnisch, Zoran Pirolic, aus Sarajevo

Der Stellvertreter des Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina Donald Hayes stellte [am 25.2.2003] die Ergebnisse der ersten internationalen Revision des Energiekonzerns "Elektroprivreda" in der Republika Srpska vor. Dabei wies er darauf hin, dass die Ergebnisse alarmierend seien. Der amerikanische Diplomat fügte dem hinzu: "Diese Revision erzählt eine Geschichte von Diebstahl, Missbrauch, Missmanagement und Korruption."

Durch Diebstahl und durch schlechte Verwaltung des Energieversorgers hat die Republika Srpska etwa 166 Millionen Konvertible Mark verloren. Eine besondere Untersuchung soll feststellen, was mit diesem Geld geschehen ist. In dem Bericht der Ermittler aus dem Büro des Hohen Repräsentanten Paddy Ashdown wird insbesondere der Name der Firma EFT aus London genannt, die das Exklusiv-Verkaufsrecht für Strom aus der Republika Srpska hatte. "Dadurch, dass sie den Strom deutlich unter dem Weltmarktpreis verkauft haben, erlitt die Republika Srpska schwere Verluste", sagte Hayes in Sarajevo. EFT ist der einzige Vertragspartner für den Bau eines Wasserkraftwerkes in der Republika Srpska, der 375 Millionen Euro kosten wird. EFT hat für diese Leitung kein Geld verlangt, sondern Konzessionen für den Verkauf von Strom aus diesem Kraftwerk für die kommenden dreißig, oder sogar fünfzig Jahre. Nach den Worten von Hayes wird das Büro des Hohen Repräsentanten von der Finanzpolizei in Großbritannien verlangen, die Geschäftspraktiken der Firma EFT zu untersuchen. Die Eigentümer sind nach Angaben der hiesigen Medien die umstrittenen Geschäftsleute aus Serbien Vuk Hamovic und Vojin Lazarevic. Ashdown wird auch die Mitglieder des Rates für die Umsetzung des Friedens (Peace Implementation Council) über die Ergebnisse der Untersuchung unterrichten. Am Mittwoch wird er zehn Maßnahmen zur Sanierung der Firma "Elektroprivreda" in der Republika Srpska vorstellen. In den kommenden Wochen sollen auch die Ergebnisse der Revision der Energieversorger in Sarajevo und Mostar vorgelegt werden. Die Ergebnisse werden mit großem Interesse erwartet. (md)

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