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Dieselskandal: VW wird auch von Kanada verklagt

Abgasmanipulationen | 10.12.2019

Ein VW Beetle vor einem Haus in Quebec (Archiv)

Auf dem Weg in die schöne neue batterieelektrische Zukunft wird VW immer wieder von der hässlichen Vergangenheit eingeholt. Die Klage der kanadischen Umweltbehörde zeigt: Der Abgasskandal ist längst nicht ausgestanden.

Die Anklage umfasst 60 Punkte, darunter die gezielte Einfuhr von Autos, die nicht den kanadischen Umweltschutzgesetzen entsprechen, sowie den Vorwurf der gezielten Desinformation. Konkret wirft die Umweltbehörde dem Wolfsburger VW-Konzern vor, mit der Einfuhr von 128.000 Fahrzeugen die Abgasvorschriften missachtet zu haben. Vier Jahre lang hatte das kanadische Umweltministerium den Dieselskandal untersucht.

Volkswagen erklärte, bei der Untersuchung der Umweltbehörde umfassend kooperiert zu haben. Bei der mündlichen Verhandlung würden beide Parteien dem Gericht eine Vergleichslösung zur Prüfung vorlegen. Einzelheiten sollten dann vorgestellt werden. Eine Anhörung vor Gericht wurde für den 13. Dezember angesetzt.

Schon jetzt 28 Milliarden - und noch kein Ende

Der Skandal um die Manipulation von Abgaswerten bei Dieselmotoren war vor vier Jahren in den USA ans Licht gekommen. VW hatte im September 2015 zugeben müssen, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. Diese senkte den Schadstoffausstoß nur bei Emissionstests, nicht aber im Straßenverkehr. Der Dieselskandal hat den Volkswagen-Konzern nach eigenen Angaben bislang 28 Milliarden Euro gekostet. Zuletzt einigte sich VW mit Diesel-Klägern in Australien. In mehr als 50 Ländern stehen Kompromisse jedoch noch aus, darunter in Europa, Südamerika und Asien.

rb/rk (afp, ap, dpa, rtr)

02:47 Min.
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