Stummer Dialog
25. Januar 2014
Bizarre Veranstaltung: Ohne miteinander ein Wort zu wechseln, haben die syrischen Konfliktparteien ihre Friedensgespräche in Genf begonnen. Anas al-Abde (im Bild links), ein Vertreter der Opposition, teilte anschließend mit, nur der Vermittler Lakhdar Brahimi habe gesprochen. Die Kontrahenten hätten nur zugehört. Die Delegationen waren durch getrennte Eingänge in den Verhandlungsraum gegangen und verließen ihn auch separat.
Hilfe für Homs
Noch im Laufe des Tages wollen die Vertreter von Präsident Baschar al-Assad und der oppositionellen Syrischen Nationalen Koalition nochmals am Sitz der Vereinten Nationen in Genf zusammenkommen. Dann soll über humanitäre Hilfe für die umkämpfte Stadt Homs gesprochen werden. Nach den Worten Al-Abdes sollen Vorschläge der Opposition diskutiert werden, die zunächst von einer ein- bis zweiwöchigen Waffenruhe in der Stadt ausgehen.
Während dieser Zeit soll die Bevölkerung Hilfslieferungen erhalten. Sollte alles gut laufen, so der Plan, könnte die Waffenruhe später auf die gesamte Provinz Homs ausgeweitet werden, fügte der Oppositionspolitiker hinzu.
Übergangsregierung angestrebt
Unmittelbar vor der ersten Begegnung der Kontrahenten hatte die Assad-Delegation nochmals klar gestellt, dass sie die angestrebte Übergangsregierung als Teil einer politischen Lösung für Syrien ablehnt.
Die ursprünglich für Freitag geplanten direkten Verhandlungen waren wegen des Streites der Delegationen über eine Übergangsregierung nicht zustandegekommen. Beide Seiten trafen sich lediglich getrennt mit Brahimi. Die Bildung einer Übergangsregierung war auf der ersten Syrien-Konferenz im Jahr 2012 beschlossen und eigentlich auch von der Regierungsseite akzeptiert worden.
uh/wl (dpa,rtr,epd)