Trump droht Hamas und Iran, Rückendeckung für Israel
30. Dezember 2025
Im Schulterschluss mit Israel hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit weiteren Militärschlägen gedroht, sollte die Islamische Republik ihr Raketen- oder Atomwaffenprogramm wieder aufnehmen. Nach einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte Trump zudem abermals die radikal-islamische Palästinenser-Organisation Hamas vor schweren Konsequenzen, sollte sie sich nicht in "relativ kurzer Zeit" entwaffnen.
"Ich bin nicht besorgt darüber, was Israel tut", sagte Trump in seiner Privatresidenz Mar-a-Lago in Florida bei einer Pressekonferenz mit Netanjahu. "Ich mache mir Sorgen darüber, was andere tun oder vielleicht nicht tun."
Trump macht Druck auf die Hamas
Falls die Hamas nicht wie vereinbart ihre Waffen abgebe, werde sie "dafür teuer bezahlen müssen", betonte Trump. Die Hamas hatte kurz zuvor bekräftigt, dass sie ihre Waffen nicht niederlegen wird. Ihre Entwaffnung ist jedoch eine zentrale Bedingung von Trumps Gaza-Friedensplan.
Der brutale Überfall der Hamas auf Ortschaften und ein Popfestival im Süden Israels vom 7. Oktober 2023 war Auslöser des zweijährigen Kriegs im Gazastreifen. Seit Oktober 2025 gilt offiziell eine Waffenruhe, wobei sich die Konfliktparteien regelmäßig Verstöße dagegen vorwerfen. Die Hamas wird von den USA, Israel und etlichen anderen Staaten, darunter auch Deutschland, als Terror-Organisation eingestuft.
Wiederaufrüstung des Iran im Blick
Der Iran, so Trump, arbeite nach dem massiven US-Angriff im Juni möglicherweise an der Wiederherstellung seiner Waffenprogramme. "Ich habe gelesen, dass sie Waffen und andere Dinge aufbauen", sagte der US-Präsident. "Wir wissen genau, wohin sie gehen und was sie tun. Ich hoffe, sie tun es nicht, denn wir wollen keinen Treibstoff für eine B-2 verschwenden", fügte Trump mit Blick auf den bei dem früheren Angriff eingesetzten Bombertyp hinzu.
In den vergangenen Wochen hatten israelische Medien und Politiker wiederholt darauf verwiesen, dass der Iran seine militärischen Fähigkeiten wieder ausbaue, die durch den Zwölf-Tage-Krieg mit Israel im Juni deutlich verringert worden waren. Der Iran hatte jüngst selbst mitgeteilt, zum zweiten Mal in diesem Monat Raketentests vorgenommen zu haben.
Ein wichtiger Berater von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei unterstrich, sein Land bedürfe keiner Erlaubnis, sich selbst verteidigen zu können. Jede Aggression gegen den Iran werde eine "sofortige harte Reaktion" nach sich ziehen, versicherte Ali Schamchani.
Ehrung für "herausragende Verdienste"
Netanjahus Visite in Florida ist bereits der fünfte USA-Besuch des israelischen Premiers in diesem Jahr. Er bezeichnete das Treffen mit Trump als "sehr produktiv".
Zudem kündigte Netanjahu an, dass Israel dem US-Präsidenten die höchste zivile Auszeichnung des Landes verleihen werde - für "seine herausragenden Verdienste" für Israel und das jüdische Volk. Die Auszeichnung wurde bisher noch nie an einen Menschen ohne israelische Staatsbürgerschaft vergeben.
Begnadigung Netanjahus "in Arbeit"?
Israels Präsident Izchak Herzog widersprach derweil der Behauptung Trumps, eine Begnadigung Netanjahus sei trotz des laufenden Korruptionsverfahrens so gut wie sicher. Seit Einreichung des entsprechenden Antrags habe es kein Gespräch zwischen Herzog und Trump gegeben.
Trump hatte zuvor in Florida gesagt, Netanjahu sei "ein Kriegspremier und ein Held. Wie kann man da keine Begnadigung aussprechen?" Und er führte weiter aus: "Ich habe mit dem Präsidenten (Herzog) gesprochen und er sagte mir, dass sie (die Begnadigung) in Arbeit ist."
Dem israelischen Ministerpräsidenten und seiner Frau Sara wird zur Last gelegt, von Milliardären Geschenke - darunter Schmuck, Champagner und Zigarren - im Wert von mehr als 260.000 Dollar im Gegenzug für politische Gefälligkeiten angenommen zu haben. Zudem soll Netanjahu versucht haben, mit israelischen Medien eine für ihn günstige Berichterstattung auszuhandeln.
wa/AR/pgr (afp, dpa, rtr)