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Trump bremst Militärmanöver mit Südkorea aus

17. August 2026

An den elftägigen Übungen beteiligen sich Tausende Soldaten aus den USA und Südkorea. Diesmal sind drei Feldübungen weniger vorgesehen als im Vorjahr. Nordkorea kritisiert die Manöver seit Jahren scharf.

Donald Trump spricht im David Mack Center for Training and Intelligence
Donald Trump begründet seinen Kurs unter anderem mit den Kosten der Manöver und seinem Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong UnBild: Julia Demaree Nikhinson/AP Photo/picture alliance

US-Präsident Donald Trump will die gemeinsamen Militärübungen mit Südkorea deutlich zurückfahren. Als Gründe nennt er die hohen Kosten und sein gutes Verhältnis zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Die aktuelle Übung "Ulchi Freedom Shield" begann an diesem Montag dennoch wie geplant.

Trump kritisiert Kosten und "feindliches" Signal

Auf Truth Social erklärte Trump, die Manöver seien "nicht nur kostenintensiv, wobei viele dieser Kosten von den USA bezahlt werden (wie üblich!)". Zugleich seien sie ein Signal, das "total unangemessen und feindlich" gegenüber Nordkorea sei. Das Land habe sich während seiner Präsidentschaft "nicht bedrohlich und respektvoll" verhalten. Angesichts seiner "sehr guten Beziehung" zu Kim sei er mit den seit langem vereinbarten Übungen unzufrieden.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (2. v. l.) bezeichnet Südkorea als "Hauptfeind" und treibt das Atom- und Raketenprogramm seines Landes weiter voranBild: KCNA/AP Photo/picture alliance

Für eine Absage sei es inzwischen zu spät, schrieb Trump. Deshalb habe er Verteidigungsminister Pete Hegseth angewiesen, die Übungen "wesentlich zu reduzieren". Zugleich ließ der Präsident erkennen, dass er auch ihre künftige Fortsetzung infrage stellt.

In seinem Beitrag verband Trump die Debatte zudem mit Kritik an Südkorea wegen des Iran. Er schrieb: "Ich habe kürzlich den Präsidenten von Südkorea gefragt, ob sie sich uns bei der Denuklearisierung der Islamischen Republik Iran anschließen möchten und sie sagten: 'Nein, danke!'" Zuvor hatte er auch andere westliche Partner wegen aus seiner Sicht mangelnder Unterstützung im Iran-Krieg kritisiert.

Südkoreas Präsident sucht Annäherung

Die elftägige Übung "Ulchi Freedom Shield" dient offiziell der Vorbereitung auf eine möglicherweise notwendige Verteidigung gegen Nordkorea. Tausende Soldaten beider Länder nehmen teil. Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap sind diesmal 14 Feldübungen vorgesehen, drei weniger als im vergangenen Jahr. Die Reduzierung geht demnach auch auf Südkoreas Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der eine diplomatische Annäherung an Pjöngjang anstrebt.

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung setzt auf eine vorsichtige Annäherung an Nordkorea und hat Pjöngjang erneut Gespräche über einen Friedensvertrag angebotenBild: Yonhap/picture alliance

Am Samstag bot er Pjöngjang erneut Gespräche über einen Friedensvertrag an. Nordkorea reagierte zunächst nicht. Beide koreanischen Staaten befinden sich formal weiterhin im Kriegszustand, weil der Koreakrieg 1953 lediglich mit einem Waffenstillstand endete.

Manöver beginnt dennoch planmäßig

Das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte am Montag, die Übungen liefen planmäßig. "Wir werden wie zuvor angekündigt und geplant verfahren", sagte ein Sprecher. Die USA sind der wichtigste militärische Verbündete Südkoreas. Rund 28.500 US-Soldaten sind dort stationiert.

Pjöngjang verurteilt die amerikanisch-südkoreanischen Manöver seit Jahren als Generalproben für eine Invasion. Kim bezeichnet Südkorea als "Hauptfeind" und droht dem Nachbarland immer wieder mit militärischer Gewalt.

Nordkorea rüstet weiter auf

Seit Trumps erster Amtszeit hat Nordkorea sein nukleares Waffenarsenal, wie etwa nukleare Sprengköpfe, weiter ausgebaut. Im April teilte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) mit, dass Nordkorea seine Kapazitäten zum Bau von Atomwaffen "sehr deutlich" ausgeweitet habe. Nordkorea verfügt der IAEA zufolge über eine zweistellige Zahl atomarer Sprengköpfe.

Mehrere jüngste Raketentests werteten Experten auch als Machtdemonstration und Protest gegen die jährlichen Übungen. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea grundsätzlich den Start ballistischer Raketen. Wegen seines Atomprogramms unterliegt das Land weitreichenden UN- und US-Sanktionen.

Bilder eines nordkoreanischen Raketentests am 12.08.2026 in den südkoreanischen NachrichtenBild: Greg Baker/AFP

Zugleich hat sich Nordkorea Russland angenähert. Beobachtern zufolge unterstützt Pjöngjang Moskau im Krieg gegen die Ukraine mit Munition und Tausenden Soldaten.

Trump sucht weiter die Nähe zu Kim

Trump hatte schon in seiner ersten Amtszeit den direkten Kontakt zu Kim gesucht und ihn mehrfach getroffen. Ein Gipfel in Hanoi 2019 scheiterte an der Frage, wie weit Nordkorea sein Atomprogramm abbauen und die USA im Gegenzug Sanktionen lockern würden. Kim reiste vorzeitig ab.

Donald Trump (r.) und Kim Jong Un trafen sich 2018 in Singapur erstmals zu einem Gipfel über Nordkoreas Atomprogramm und die Beziehungen zu den USABild: Ministry of Communications/ZUMA/IMAGO

Während einer Asien-Reise im Herbst 2025 zeigte Trump erneut Interesse an einem Treffen, zu dem es bislang nicht kam. Erst am Samstag veröffentlichte er ein Bild von sich und Kim und betonte erneut das gute persönliche Verhältnis. Offiziell hält Washington weiterhin am Ziel einer vollständigen nuklearen Abrüstung Nordkoreas fest.

pgr/pg (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss: 17.30 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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