Jumbo aus Katar: Trump schwärmt von künftiger Air Force One
20. Juni 2026
Donald Trump war ganz in seinem Element, als er das neue Präsidentenflugzeug Air Force One einweihte. Die Maschine, ein Geschenk des Golfstaats Katar, gelte als "das luxuriöseste Flugzeug der Welt", schwärmte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Bei der Zeremonie am Freitag auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews im Bundesstaat Maryland dankte er Katar dafür, "dass sie so nett waren und es bereitgestellt haben".
Der Jumbojet ist Rot, Weiß, Dunkelblau und Gold lackiert; die Farben hatte der Präsident selbst ausgewählt. Damit verabschiedet sich die US-Regierung vom bekannten Erscheinungsbild der Air Force One, das seit der Amtszeit John F. Kennedys verwendet wurde.
Trump-Lob in höchsten Tönen
Die Modernisierung sei notwendig gewesen, damit das Regierungsflugzeug mit den neueren Maschinen ausländischer Staats- und Regierungschefs Schritt halten könne. Am 4. Juli soll Boeing bei einer Feier in Washington eine Formation anführen, die Trump als den größten Formationsflug der US-Geschichte ankündigte.
Bei der Einweihungszeremonie lobte Trump die neue Boeing vom Typ 747-8K8 in den höchsten Tönen. Zahlreiche Menschen hätten in den vergangenen Monaten viel Arbeit und "außergewöhnliche Hingabe" investiert, um die Maschine "in ein fliegendes Weißes Haus zu verwandeln, mit einem Ausmaß an Luxus, das niemand zuvor je gesehen hat".
"Wenn Sie es sehen, werden Sie es nicht glauben - die Qualität der Hölzer, die Qualität der Materialien, die Qualität der Triebwerke", führte der 80-Jährige weiter aus. Die neue Maschine fliege "weiter und schneller als jede Air Force One zuvor".
Nur eine Übergangslösung
Ganz auf dem Stand der Technik ist die neue Air Force One aber offenbar nicht: Die US-Luftwaffe strich einige geplante Umbauten, damit die Maschine schneller einsatzbereit ist. Das Rüstungsunternehmen L3Harris übernahm unter anderem Arbeiten an Bordsystemen für Kommunikation und Raketenabwehr.
Senatsmitglieder von den oppositionellen Demokraten schätzen die Kosten auf mehr als eine Milliarde Dollar und warnen vor Sicherheitsrisiken. US-Luftwaffenminister Troy Meink hielt dagegen, die Sicherheit des Präsidenten habe höchste Priorität.
Die neue Maschine wurde laut dem Portal Flightradar24 vor 14 Jahren gebaut und ist auch nur als Übergangslösung gedacht. Der US-Flugzeugbauer Boeing arbeitet an zwei eigens angefertigten Maschinen des Typs 747-8, deren Auslieferung sich jedoch bis Mitte 2028 verzögert. Wegen dieser Verzögerung hätte Trump bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2029 womöglich weiter auf das bisherige Regierungsflugzeug zurückgreifen müssen.
Geschenk mit Geschmäckle
Die Annahme des Luxusjets aus Katar hatte Kritik ausgelöst. Die kostspielige Gabe wirft ethische und verfassungsrechtliche Fragen auf. Vertreter der Demokratischen Partei hatten das Geschenk Katars als "Bestechung" und "ausländische Einflussnahme" kritisiert. Um den Verdacht der Bestechlichkeit von Trump auszuräumen, ging die 400 Millionen Dollar teure "Spende" aus Katar offiziell an das Verteidigungsministerium.
Das Geschenk aus Katar erspare dem Staat viel Geld, um die beiden veralteten Präsidentenmaschinen der Air-Force-One-Flotte zu ersetzen, argumentierte der Republikaner Trump. Gleichzeitig weckte der Präsident weitere Besorgnis mit der Ankündigung, später solle die Maschine an seine künftige Präsidenten-Bibliothek gehen. Die US-Verfassung verbietet es Regierungsvertretern, Geschenke, Titel oder Ähnliches "von einem König, Prinzen oder ausländischen Staat" ohne Zustimmung des US-Kongresses anzunehmen.
Auch Katars Regierung wies Kritik zurück. Es handele sich um ein "ganz einfaches Geschäft von Regierung zu Regierung", sagte Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani dem Sender CNN. Es sei eine normale "Transaktion". Die vielen Diskussionen um das Thema verstehe er nicht.
Trump war am Donnerstag von einer Europareise mit der bisherigen "Air Force One" zurückgekehrt. Die mehr als 30 Jahre alte Boeing 747-200 war damit letztmals im Einsatz und soll künftig in einem Museum ausgestellt werden.
AR/haz (rtr, afp, dpa, Flightradar24)
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