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Ein Jahr danach: US-Austritt aus WHO ist vollzogen

22. Januar 2026

US-Präsident Donald Trump lässt an der Weltgesundheitsorganisation kein gutes Haar. Noch ausstehende Mitgliedsgebühren haben sich auf dreistellige Millionenbeträge summiert - und werden wohl nie mehr bezahlt.

USA Washington D.C. 2025 | Donald Trump bei einer Rede im Oval Office des Weißen Hauses
Wirft der Weltgesundheitsorganisation Versagen vor: US-Präsident Donald Trump (Archivbild)Bild: Alex Brandon/AP Photo/picture alliance

Der 2025 verkündete Austritt der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist an diesem Donnerstag - ein Jahr nach Eingang der Kündigung - wirksam geworden. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, er hoffe, dass die Vereinigten Staaten ihre Entscheidung überdächten und der Organisation wieder beiträten. "Der Austritt ist ein Verlust für die USA und auch ein Verlust für den Rest der Welt", betonte Tedros.

US-Präsident Donald Trump hatte der WHO unter anderem Versagen in der Corona-Pandemie und Korruption vorgeworfen. Zudem beugte sie sich seiner Ansicht nach politischem Druck aus China. Nach Beginn von Trumps zweiter Präsidentschaft zahlte Washington weder den noch ausstehenden WHO-Mitgliedsbeitrag für 2024 noch das Geld für 2025 - zusammen mehr als 240 Millionen Dollar (205 Millionen Euro).

"Es gibt kein weiteres Geld"

Das US-Außenministerium teilte in der vergangenen Woche mit, es gebe kein weiteres Geld. Die Steuerzahler hätten infolge des WHO-Versagens schon zu hohe Kosten durch die Corona-Pandemie gehabt. Auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hierzu antwortete das Ministerium nicht.

Kämpft mit finanziellen Engpässen: WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus (Archivbild)Bild: Denis Balibouse/File/REUTERS

Um die entfallenden Mittel zu kompensieren, legte die Weltgesundheitsorganisation ein straffes Sparprogramm auf. Die Zahl der Mitarbeiter wird bis Juli um etwa ein Fünftel auf rund 7300 schrumpfen - verglichen mit Anfang 2025. Das Budget wurde in ähnlichem Umfang gekürzt. "Aber bei dem US-Rückzug geht es nicht um Geld", sagte Generaldirektor Tedros. "Es geht um Kooperation und Solidarität."

Die WHO mit Hauptsitz im schweizerischen Genf wurde 1948 als Sonderorganisation der Vereinten Nationen gegründet. Über Jahre hinweg waren die Vereinigten Staaten mit Abstand der größte Beitragszahler. Auf freiwilliger Basis entrichteten sie stets ein Vielfaches des festgelegten Mitgliedsbeitrags. Ihr Anteil am Gesamtbudget betrug in Spitzenzeiten mehr als 15 Prozent.

jj/pg (dpa, rtr)

Redaktionsschluss: 17.00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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