Dresdner Friedenspreis für Emmanuel Jal
17. Februar 2014
Die Laudatio auf den Preisträger hielt Fatou Bensouda aus Gambia, Chefanklägerin beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Kindersoldaten seien traumatisierte Opfer, sagte sie; das abscheuliche Verbrechen dürfe nicht straffrei bleiben. Bensouda würdigte den Friedensaktivisten als "geschätzten Sohn der Menschheit" und betonte: "Die Welt braucht mehr Emmanuel Jals."
Jal wurde mit acht Jahren selbst als Kindersoldat rekrutiert. Sein Leben sei damals die Hölle gewesen: "Wenn man den Krieg überlebt hat, laufen die Geschehnisse immer wieder wie ein Film im Kopf ab. Das Leben hat sich dann komplett verändert", sagte er in seiner Dankesrede in der Semperoper. Die Narben am Körper könne man heilen, aber die Wunden an der Seele bräuchten viel länger. Jal forderte die internationale Gemeinschaft eindrücklich auf, bei Gräueltaten nicht mehr wegzuschauen: "Schweigen ist Gewalt."
Engagement für den Frieden
Heute engagiert sich der 33-Jährige unter anderem bei Amnesty International und bei Organisationen, die sich für die Kontrolle von Waffenexporten und gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten einsetzen. 2005 wurde Jal mit seinem Song "Gua" (Frieden) in ganz Afrika zum Star. In der Musik habe er Ruhe gefunden, so Bensouda in ihrer Rede. Emmanuel Jal bringe die Botschaft des Friedens, der Toleranz, der Gerechtigkeit und der Menschenrechte. Sie habe Ehrfurcht vor der Fähigkeit, trotz Widrigkeiten zu glänzen und eine Kraft für das Gute auf der Welt zu werden.
Der Internationale Friedenspreis ist mit 25.000 Euro dotiert und wurde zum fünften Mal verliehen. Er erinnert an das Schicksal der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Elbestadt und wird von der Klaus Tschira Stiftung aus Heidelberg und der Organisation Friends of Dresden verliehen. Frühere Preisträger waren unter anderem der einstige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und der Dirigent Daniel Barenboim.
Suc(epd/dpa)