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KonflikteEuropa

Drohnen-Angriff: Ukraine attackiert russischen Öl-Hafen

2. November 2025

Russland überzieht die Ukraine weiter mit Luftangriffen. Mehrere Menschen kamen dabei in der Nacht zum Sonntag ums Leben. Das angegriffene Land wehrt sich mit Attacken auf die russische Öl-Industrie.

Russland Tuapse 2022 | Nachtansicht des Seehafens von Tuapse (02.02.2022)
Russischer Schwarzmeer-Hafen Tuapse (Archivbild)Bild: Cavan Images/IMAGO

Durch einen Drohnenangriff der Ukraine ist auf einem Öltanker im Hafen Tuapse an Russlands Schwarzmeerküste ein Brand ausgebrochen. Die Besatzung sei vom Schiff gebracht worden, teilte der Zivilschutzstab der südrussischen Region Krasnodar mit. Auch das Terminal zur Ölverladung sei durch den Angriff beschädigt worden.

Social-Media-Kanäle verbreiteten Fotos, die auf drei Brände im Hafen hindeuten. Später ergänzte der Stab, zwei zivile ausländische Schiffe unter ausländischer Flagge seien beschädigt worden. Nähere Erläuterungen wurden nicht gemacht. Auch über anderen Hafenstädten der russischen Schwarzmeerküste seien Trümmer ukrainischer Drohnen niedergegangen, hieß es.

Großer ukrainischer Drohnenangriff

Neben Noworossijsk ist Tuapse einer der wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport. Die Stadt am Schwarzen Meer ist Umschlagplatz für Rohöl und Raffinerieprodukte. Die ukrainischen Streitkräfte haben den Hafen von Tuapse bereits mehrfach mit Drohnen attackiert.

In den vergangenen Monaten hat die Ukraine ihre Luftangriffe auf russische Raffinerien, Öldepots und Pipelines verstärkt - um die Treibstoffversorgung und andere militärische Logistik zu stören und die Kriegskosten für die Führung in Moskau in die Höhe zu treiben.

Ukrainische Drohnenangriffe wurden auch aus anderen Teilen Russlands gemeldet. Im Gebiet Rostow im Süden gab es nach Behördenangaben zwei Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, es seien 164 ukrainische Drohnen abgewehrt worden - über der annektierten Krim-Halbinsel sowie dem Schwarzen und Asowschen Meer. Das Ministerium berichtet nur über zerstörte Drohnen, nicht über die Gesamtzahl eines Angriffs.

Doch die Zahl der abgeschossenen Drohnen lässt auf einen großen ukrainischen Angriff schließen. Aus Sicherheitsgründen wurden deswegen zeitweise mehrere russische Flughäfen geschlossen. Keine Starts und Landungen gab es auf Airports vor allem im Süden und Westen des Landes, wie die Luftfahrtbehörde Rossawiazija mitteilte.

Russische Angriffswelle auf die Ukraine

Auch die Ukraine wurde in der Nacht zum Sonntag wieder Ziel von massiven russischen Luftangriffen. Dabei setzte Russland Raketen und Drohnen ein.

Feuerwehreinsatz in Odessa nach russischem DrohnenangriffBild: State Emergency Service of Ukraine/REUTERS

"Russische Streitkräfte haben die Regionen Dnipropetrowsk und Odessa angegriffen", teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft mit. "Sechs Menschen wurden getötet, darunter zwei Kinder", hieß es weiter. Nach Informationen des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinets waren die bei der nächtlichen Angriffswelle getöteten Kinder elf und 14 Jahre alt.

Energie-Infrastruktur der Ukraine im Visier

Auch die ukrainische Energie-Infrastruktur erlitt weitere Schäden. Nach Angaben des Gouverneurs der südlichen Region Saporischschja, Iwan Federow, sind dort etwa 58.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Reparaturteams sollen das beschädigte Stromnetz wiederherstellen, sobald es die Sicherheitslage zulasse, so Fedorow.

Russland hat mit Beginn der Heizperiode seine Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Energie-Anlagen nochmals verstärkt. Die Oblast Saporischschja ist fast täglich Artillerie-, Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt. Laut Fedorow gab es dort allein in den 24 Stunden bis Sonntagmorgen rund 800 russische Angriffe auf 18 Ortschaften.

Laut einer Auswertung von Daten der ukrainischen Luftwaffe durch die Nachrichtenagentur AFP feuerte Russland im Oktober 270 Raketen auf die Ukraine ab und damit mehr als in jedem anderen Monat seit Anfang 2023, als das russische Militär begann auf das ukrainische Stromnetz zu zielen.

AR/pgr (dpa, afp, rtr)

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