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KonflikteEstland

Drohnen in Estland und Lettland abgestürzt

25. März 2026

Zwei Drohnen sind aus Russland in den estnischen und lettischen Luftraum eingedrungen. Untersuchungen zufolge handelte es sich um fehlgeleitete ukrainische Fluggeräte. Verletzt wurde niemand.

Symbolbild Estland Tartu 2007 | Dampf aus dem Schornstein eines Heizkraftwerks
Schornsteine eines Heizkraftwerks in Estland (Symbolbild)Bild: Jaanus Jarva/Woodfall/Photoshot/picture alliance

In den beiden EU-und NATO-Mitgliedsstaaten stürzte jeweils eine Drohne nahe der Grenze zu Russland ab. Es handelte sich um fehlgeleitete ukrainische Fluggeräte, wie die Behörden in Estland und Lettland im Rahmen ihrer Untersuchungen zu den Vorfällen mitteilten. Die Drohnen seien von Kiew eingesetzt worden, um russische Ziele im Finnischen Meerbusen anzugreifen. Bei den Abstürzen wurde niemand verletzt.

Vertreter der Regierungen und des Militärs beider Länder betonten, dass Estland und Lettland nicht die beabsichtigten Ziele gewesen seien. Man gehe davon aus, dass die Drohnen vom Kurs abgewichen oder durch elektronische Gegenmaßnahmen Russlands fehlgeleitet worden seien. Es habe keine Gefahr für die Öffentlichkeit bestanden, hieß es in den Erklärungen aus Tallinn und Riga weiter.

Kraftwerk in Estland getroffen 

In Estland prallte die Drohne gegen den Schornstein des Kraftwerks Auvere im Kreis Ida-Virumaa. Schäden gab es offenbar nicht. Die Regierung berief wegen des Vorfalls eine Sondersitzung des Kabinetts ein. Russland und Estland teilen sich eine knapp 300 Kilometer lange Grenze. Sie ist Teil der NATO-Außengrenze.

Die Grenze zwischen Estland und Russland ist mit einem Zaun und elektronischen Überwachungsanlagen gesichertBild: Hendrik Osula/AP Photo/picture alliance

In Lettland sagte ein Militärsprecher im Fernsehen, ein unbekanntes Flugobjekt, das sich der lettischen Grenze genähert und diese überflogen habe, sei per Radar erfasst worden. Kurze Zeit später sei die Drohne in der Nähe des Dorfes Dobricina in der Gemeinde Kraslava von selbst explodiert, ohne dass eine alarmierte Einheit der Luftwaffe eingegriffen hätte. Bereits zuvor sei ein Objekt von belarussischer Seite in den lettischen Luftraum eingedrungen, habe eine leichte Kurve geflogen und sei in den russischen Luftraum weitergeflogen.

"Russland hat uns an diesen Punkt gebracht"

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. In dem wechselseitigen Drohnenkrieg sind die mit elektronischen Mitteln abgewehrten Fluggeräte auch eine Gefahr für die Nachbarländer. Wiederholt sind Drohnen über Belarus in den Luftraum von Polen und der baltischen Staaten geraten, die zu engsten Partnern und Unterstützern der Ukraine zählen. Zuletzt war in der Nacht zu Montag eine fehlgeleitete ukrainische Drohne in Litauen abgestützt. Ähnliche Fälle gab es in Rumänien und Moldau.

Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas machte Moskau für die jüngsten Drohnenabstürze  verantwortlich. "Das alles ist auf Russlands Krieg zurückzuführen", schrieb Kaunas auf Facebook. "Der vom Aggressor Russland provozierte Krieg hat uns an diesen Punkt gebracht, an dem innerhalb von 48 Stunden Drohnen auf dem Gebiet der drei baltischen Staaten abgestürzt sind." Es sei offensichtlich, dass die Luftverteidigung nicht nur in Litauen, sondern in der gesamten NATO eine Herausforderung darstelle.

gri/fab (dpa, rtr, afp)

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