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PanoramaBelgien

Drohnenalarm in Belgien: Flugverkehr zeitweilig gestört

5. November 2025

Wiederholt wurden in Belgien unbekannte Drohnen gesichtet - sogar über einem NATO-Standort, wo wahrscheinlich Atomwaffen lagern. Betroffen war auch der Flughafen Brüssel. Dort läuft der Betrieb langsam wieder an.

Belgien Zaventem 2025 | Blick auf Terminal und Vorfeld, wo eine Maschine parkt (05.11.2025)
Flughafen Brüssel-ZaventemBild: Nicolas Tucat/AFP/Getty Images

Belgiens Luftverkehr lag in weiten Teilen lahm. Grund waren Drohensichtungen am Dienstagnachmittag und abends an den Airports in Brüssel, Lüttich, aber auch über dem Militärflugplatz Kleine-Brogel. Die auch von der NATO genutzte Basis liegt nahe der niederländischen Grenze.

Bürger meldeten dort sechs Drohnen in der Nähe des Flugplatzes. Das berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf Kleine-Brogels Bürgermeister Steven Matheï.

"Alles ist noch sehr unklar, da selbst das Militär diese Drohnen offenbar nicht erkennen konnte", sagte Matheï am Dienstagabend. Ein Polizeihubschrauber sei angefordert worden, um die Drohnen gegebenenfalls zu verfolgen.

Verteidigungsminister verlässt laufende Sendung

Belgiens Verteidigungsminister Theo Francken war laut Belga zum Zeitpunkt der Sichtungen Gast in einer Fernsehsendung, die er wegen der Vorfälle verließ. Der Minister bestätigte demnach, dass Drohnensichtungen sowohl in Kleine-Brogel im flämischen Landesteil sowie an einem weiteren Militärstützpunkt in der Wallonie gemeldet worden seien.

Premierminister Bart de Wever hat eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrats der Regierung einberufen. Diese solle auf Anfrage des belgischen Innenministeriums am Donnerstag stattfinden, teilte De Wevers Sprecher mit.

Militärflugplatz Kleine-Brogel (am Dienstag)Bild: Didier Lebrun/Photo News/IMAGO

Schon am vergangenen Wochenende waren mehrfach Drohnen über Kleine-Brogel gesichtet worden. Der Militärstützpunkt war im Oktober Teil des jährlichen NATO-Manövers zur Verteidigung des Bündnisgebiets mit Atomwaffen. Unbestätigten Berichten zufolge ist der Luftwaffenstützpunkt einer der Orte in Europa, an denen US-Atomwaffen lagern.

Gestrichene Flüge, umgeleitete Maschinen

Gleich zweimal stoppten ferngesteuerte Flugkörper unbekannter Herkunft am Dienstagabend den Betrieb am Brüssler Airport Zaventem, IATA-Code BRU. Kurz vor 20 Uhr MEZ war eine Drohne über dem Flughafengelände im Nordosten der belgischen Hauptstadt gemeldet worden. Starts und Landungen wurden aus Sicherheitsgründen ausgesetzt. Gegen 21 Uhr wurde der Flugverkehr in Brüssel wieder aufgenommen - aber nur für kurze Zeit.

Ab 22 Uhr durften in Brüssel-Zaventem erneut keine Maschinen abheben oder landen. Andere Airports waren ebenfalls betroffen - so auch der Flughafen Charleroi (kurz CRL) südlich von Brüssel.

Die belgische Flugsicherung Skeyes ließ zudem den Flugverkehr in Lüttich (LGG) am Dienstabend vorübergehend einstellen. Auch dort starteten und landeten Belga zufolge nach Drohnensichtungen zunächst keine Maschinen mehr. Flüge würden zu den Flughäfen in Amsterdam und Maastricht/Aachen umgeleitet, meldet Belga unter Berufung auf die niederländische Agentur ANP.

Gestrandete Reisende in der Nacht in Brüssel-ZaventemBild: Emile Windal/Belga/IMAGO

Am Hauptstadtairport fielen etwa 80 Flüge aus. Zwischen 400 und 500 Passagiere hätten die Nacht am Flughafen verbracht, sagte eine Flughafensprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Inzwischen läuft der Betrieb in Zaventem allmählich wieder an. Die Situation werde sich im Laufe des Tages normalisieren, so die Sprecherin.

Serie von Drohnensichtungen

Die Ereignisse vom Dienstag reihen sich ein in eine ganze Serie von Zwischenfällen. Wiederholt wurden in den vergangenen Tagen unbekannte Flugkörper im belgischen Luftraum entdeckt. Und schon Anfang Oktober waren über dem belgischen Armeestandort Elsenborn nahe der Grenze zu Deutschland mehrere Drohnen gesichtet worden.

Zuletzt hatte es in Europa immer wieder Drohnenvorfälle an Flughäfen und Militäreinrichtungen gegeben. Am Flughafen Bremen (BRE) im Norden Deutschlands wurde am Sonntagabend wegen der Sichtung einer Drohne kurzzeitig der Flugverkehr unterbrochen. Am Freitagabend wurde der Betrieb an Berlins Flughafen BER wegen der Sichtung einer Drohne für fast zwei Stunden gestoppt.

Bereits im September hatten mysteriöse Drohnensichtungen vor allem in Dänemark für Aufsehen gesorgt.

AR/se (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss 17.50 Uhr (MEZ) - Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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