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Mehr als 1000 verdächtige Drohnenflüge über Deutschland

22. Dezember 2025

Immer häufiger werden in Deutschland Drohnen über militärischen Anlagen, Flughäfen und anderen sicherheitsrelevanten Einrichtungen gesichtet. Das zeigen Daten des Bundeskriminalamtes.

Drohne fliegt bei Sonnenuntergang über eine Wiese
Das Bundeskriminalamt ist in Sorge: Die Sicherheitsbehörde registriert immer mehr illegale Drohnenflüge Bild: Felix Kästle/dpa/picture alliance

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat in diesem Jahr bis Mitte Dezember eine vierstellige Zahl an verdächtigen Drohnenflügen erfasst. "Wir führen seit Anfang des Jahres ein sogenanntes Lagebild mit allen Daten von Verdachtsfällen, beziehen auch die Bundeswehr mit ein: In diesem Jahr wurden schon über 1000 verdächtige Drohnenflüge gemeldet", sagte BKA-Präsident Holger Münch der "Bild"-Zeitung. "Am meisten betroffen sind bei uns militärische Einrichtungen, Flughäfen, aber auch andere kritische Infrastrukturen - etwa Rüstungsunternehmen oder Hafenanlagen."

Wer steuert die Drohnen?

Auf die Frage, ob diese Drohnen immer auf russische Akteure zurückzuführen seien, sagte Münch: "Das wissen wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit." Das liege auch an der Schwierigkeit, die Drohnenpiloten fassen und befragen zu können.

In vielen Fällen vermutet Münch jedoch nach eigenen Angaben "offensichtlich" staatlich gesteuertes Vorgehen, das darauf abziele, Verunsicherung zu stiften. Neben psychologischen Effekten könnten die Drohnenflüge auch der Informationsgewinnung dienen.

Holger Münch ist seit 2014 Präsident des BundeskriminalamtesBild: Hans Pfeifer/DW

Münch verwies insbesondere auf Überflüge militärischer Einrichtungen und sagte: "Häufig werden in Deutschland militärische Einrichtungen überflogen, wo auch ukrainische Soldaten ausgebildet werden - die möglicherweise ein Smartphone dabei haben. Die Drohne misst, welche Smartphones vor Ort sind, und kann sie dann später vielleicht wieder an der ukrainischen Front feststellen."

Im neuen Jahr startet ein eigenes Abwehrzentrum

Um unerlaubt fliegende Drohnen besser zu erkennen und unschädlich machen zu können, hatten Bund und Länder in der vergangenen Woche in Berlin ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eröffnet. Der Arbeitsbetrieb soll im Januar aufgenommen werden. 

Anfang des Monats hatte die Bundespolizei bereits eine Drohnenabwehr-Einheit bekommen, die bald 130 Spezialkräfte umfassen soll. Sie wird an Flughäfen, in der Hauptstadt und bundesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert. Sie soll unter anderem KI-gestützte Störsysteme und automatische Abfangdrohnen einsetzen.

haz/se (dpa, afp, rtr) 

Wie sich Deutschland vor Drohnen schützen will

02:40

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