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Druck auf Spanien und Italien steigt

Deutsch-red9. Mai 2012

Im Schatten der Lage in Griechenland steigt die Nervosität an den europäischen Anleihenmärkten. Vor allem die großen Krisenländer bekommen den Druck zu spüren.

Ein Euro-Zeichen vor einer spanischen (Foto: dapd)
Spanien Eurokrise Schulden SchuldenkriseBild: dapd

In der viertgrößten Euro-Wirtschaft Spanien stieg die Rendite für zehnjährige Staatspapiere erstmals seit Mitte April wieder über die Marke von sechs Prozent. Der Risikoaufschlag zu deutschen Papieren gleicher Laufzeit beträgt mithin fast viereinhalb Prozentpunkte. Das ist der höchste Stand seit Ende November 2011 - also noch bevor die Europäische Zentralbank (EZB) die Lage mit zwei gewaltigen Geldspritzen sichtlich beruhigen konnte. Noch stärker standen in Spanien kurz laufende Staatstitel unter Druck.

Als ausschlaggebend gelten zum einen die politisch vertrackte Lage beim größten Sorgenkind Griechenland und die zusehends unter Druck stehenden Banken Spaniens. So wird es immer wahrscheinlicher, dass der spanische Staat dem Bankensektor, der immer stärker unter der 2008 geplatzten Immobilienblase leidet, unter die Arme greifen muss.

Madrid wehrt sich gegen EFSF-Lösung

Noch will die spanische Regierung die Probleme im Finanzsektor ohne die Hilfe des vorläufigen Euro-Rettungsschirms EFSF lösen. Dabei steht ein passendes EFSF-Instrument zur Rekapitalisierung von Banken eigentlich bereit. Um es zu nutzen, müsste die Regierung in Madrid im Gegenzug für Milliardenhilfen nicht einmal ein breit angelegtes Reformprogramm wie in Griechenland vereinbaren. Die Reformauflagen würden sich auf den Bankensektor beschränken. Das Problem ist allerdings: Die Finanzmärkte würden den Rückgriff auf EFSF-Gelder voraussichtlich trotzdem als Offenbarungseid der Regierung in Madrid werten - und den Geldhahn weiter zudrehen.

Auch in der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft Italien trübte sich die Stimmung deutlich ein. Allerdings liegt das dortige Renditeniveau unter dem in Spanien. Derzeit rentieren zehnjährige italienische Titel mit gut 5,5 Prozent und damit einen halben Prozentpunkt unter spanischen Papieren. Bereits in den vergangenen Monaten hatten sich die Renditen in Spanien und Italien zumeist gleichgerichtet bewegt.

zdh/gmf (dpa, Reuters)

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