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DW versteigert NFT für die Pressefreiheit

Andreas Becker | Nicolas Martin
16. November 2021

Kann man über neue Entwicklungen bei Finanztechnologien berichten und gleichzeitig Geld für einen guten Zweck einspielen? Die DW versucht es und versteigert ein NFT. Ein was? Von Nicolas Martin und Andreas Becker.

PressFreedomX30 - das erste NFT der DW
Screenshot aus PressFreedomX30, dem ersten NFT der DWBild: Marc Löricke/DW

Es ist keine gute Zeit für die Pressefreiheit. Wohl auch deshalb wurden mit Maria Ressa aus den Philippinen und Dmitri Muratow aus Russland in diesem Jahr zwei Investigativjournalisten mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das Komitee würdigte den Einsatz der beiden für Meinungsfreiheit, die Voraussetzung sei für Demokratie und dauerhaften Frieden.

Weltweit sitzen derzeit 339 Journalistinnen und Journalisten in Haft, außerdem rund 100 Blogger, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter, so die Organisation Reporter ohne Grenzen. Das ist noch einmal deutlich mehr als im Vorjahr, als bereits ein neuer Höchststand erreicht worden war. Hinzu kommen die Getöteten - in diesem Jahr bereits mehr als 30.

Auktion für die Pressefreiheit 

Um allen Kolleginnen und Kollegen weltweit unseren Respekt zu bezeugen, haben wir ein Video mit dem Wort Pressefreiheit in 30 Sendesprachen der DW produziert. Dieses bieten wir in einer Versteigerung zum Kauf an, der Erlös geht an Reporter ohne Grenzen.

Friedensnobelpreisträger 2021: Maria Ressa und Dmitri Muratow (r.)

Auslöser für die Aktion war der Wunsch, mehr zu erfahren über ein Phänomen, das spannend und vielversprechend ist, aber auch ziemlich seltsam: Das Video, das wir versteigern, ist mit einem sogenannten NFT versehen.

NFT steht für non fungible token und ist eine Art digitales Echtheitszertifikat. Digitale Daten, die ja eigentlich beliebig kopierbar sind, können damit als Originale ausgewiesen und von Kopien unterschieden werden. Grundlage dafür ist die Blockchain-Technologie, auf der auch Kryptowährungen wie Bitcoin basieren.

Was ist eine Blockchain?

02:35

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Millionen für Pixel 

Um NFTs ist in diesem Jahr ein gewaltiger Hype entstanden, weil einige dieser digitalen Originale für sehr viel Geld verkauft wurden. So wechselte im März dieses Jahres eine digitale Bildcollage des US-Künstlers Beeple für umgerechnet 69 Millionen US-Dollar den Besitzer. Damit katapultierte sich der vorher nur wenigen bekannte Beeple mit einem Schlag auf Platz drei der teuersten lebenden Künstler, hinter Jeff Koons und David Hockney. Es war das erste Mal, das ein renommiertes Aktionshaus, nämlich Christie's, eine NFT-Versteigerung zuließ.

Die meisten NFT werden allerdings auf spezialisierten Plattformen im Internet versteigert. Auch dort ist viel Geld im Spiel - angefangen von einem Selbstporträt des Whistleblowers Edward Snowden über Videoclips von Sportereignissen bis hin zu Internet-Memes wie Katzenvideos. Richtige Kunst gibt es dort natürlich auch. Selbst das NFT einer Zeitungsseite der New York Times mit einem Text über das Phänomen von digitaler Kunst erzielte einen Rekordbetrag.

Das DW-Profil auf der Auktionsplattform foundation.appBild: DW

PressFreedomX30

Wie die Technik hinter NFTs funktioniert und welche Erfahrungen wir dabei gemacht haben, werden wir in kommenden Artikeln erläutern. Ebenso, warum einige Menschen mit NFTs große Hoffnungen verbinden, während andere diese Technologie für ein betrügerisches Schneeballsystem und einen Klimakiller halten.

Das NFT der DW heißt PressFreedomX30 und ist für uns eine Gelegenheit, mehr über diese spannende Entwicklung zu erfahren - vielleicht vergleichbar mit einem Probeverkauf bei Ebay im Jahr 1995 oder einer Testfahrt mit dem ersten Tesla im Jahr 2008.

Wer mitbieten möchte, braucht dafür eine digitale Geldbörse mit der Kryptowährung Ether. Zur Auktion geht es hier:

foundation.app/@DW.com

Beginn war Dienstag, 16.11.2021, 17 Uhr (MEZ). Ab dem ersten Gebot läuft die Auktion für 24 Stunden.

Der Erlös (abzüglich der Provision der Auktionsplattform) geht an Reporter ohne Grenzen (RSF Germany). Die nicht-staatliche Organisation dokumentiert weltweit Verstöße gegen die Pressefreiheit und unterstützt verfolgte Journalistinnen und Journalisten.

Andreas Becker Wirtschaftsredakteur mit Blick auf Welthandel, Geldpolitik, Globalisierung und Verteilungsfragen.
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