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Ebola-Lage im Kongo immer dramatischer

6. August 2026

Die Eindämmung des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo kommt nicht voran, die Infektionszahlen steigen ungebremst. WHO-Chef Tedros ist vor Ort. Die USA stellen weitere Millionenhilfen zur Verfügung.

Demokratische Republik Kongo Bunia 2026 | Desinfektion eines Krankenwagens im Ebola-Behandlungszentrum
Desinfektion eines Krankenwagens in der Stadt BuniaBild: Dirole Lotsima Dieudonne/AP Photo/dpa/picture alliance

Rund zweieinhalb Monate nach Beginn des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist die Lage nach Einschätzung der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen "kritischer denn je". Das Virus verbreite sich in alarmierendem und beispiellosem Tempo, berichtet die Organisation.

Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, ist unterdessen zum zweiten Mal seit Beginn des Ausbruchs in den Kongo gereist. Er besuchte dort die Provinz Ituri, in der fast 90 Prozent aller Fälle gemeldet wurden. Außerdem waren Gespräche des WHO-Chefs mit Präsident Felix Tshisekedi in der Hauptstadt Kinshasa geplant.

WHO-Chef Tedros (M.) bei einer Konferenz in der Hauptstadt KinshasaBild: World Health Organization/AP Photo/picture alliance

Währens seines Aufenthalts im Land rief Tedros dazu auf, die Bemühungen im Kampf gegen Ebola "massiv" zu intensivieren. So bräuchten medizinische Helfer Schutz, Ausbildung und Unterstützung, schrieb er auf der Plattform X.

USA ungewohnt hilfsbereit

Die USA stellten unterdessen zusätzliche Gelder in Höhe von mehr als 242 Millionen Dollar (umgerechnet rund 210 Millionen Euro) bereit. Mit diesen neuen Mitteln beläuft sich die direkte finanzielle US-Unterstützung für die Ebola-Bekämpfung im Land auf mehr als 500 Millionen Dollar, wie das Außenministerium in Washington mitteilte. 

Die Vereinigten Staaten riefen andere Länder dazu auf, ihre Hilfsgelder ebenfalls zu erhöhen. Zugleich würdigten die USA Uganda für seine Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs. Während der Pandemie-Verlauf in der Demokratischen Republik Kongo weiterhin Anlass zur Sorge gebe, habe Uganda rasch und entschlossen gehandelt, hieß es.

Eigentlich steht die US-Regierung seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 eher für den Rückzug aus internationalen Programmen und gestrichene Hilfsmittel. Sie stellte vieles auf den Prüfstand und zog sich auch aus der WHO zurück. Bei der jetzt geplanten Zusatzhilfe bezieht sich die Regierung in Washington auf entsprechende Zusagen auf dem G7-Gipfel im Juni in Frankreich am Genfersee.

Bisher größter Ebola-Ausbruch

Insgesamt sind im Kongo inzwischen fast 4000 Infektionen im Labor bestätigt worden. Mehr als 1800 der Infizierten starben. Es handelt sich um den größten Ebola-Ausbruch, der jemals in der DR Kongo registriert wurde.

Ein großes Problem ist, dass die Behörden immer noch zu wenige Angehörige von Infizierten kennen, um sie vor einer Ansteckung zu schützen. In einem Behandlungszentrum in Bunia waren nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 90 Prozent der Patienten zuvor nicht als Kontaktpersonen erfasst.

Zivilschutzteam in der Provinz IturiBild: Gradel Muyisa Mumbere/REUTERS

Hinzu kommt Misstrauen gegenüber Behörden und Kämpfe in Rebellengebieten, die hunderttausende Menschen in die Flucht schlagen. Die beginnende Regenzeit könnte die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zusätzlich erschweren.

gri/se (dpa, afp, rtr)

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