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Egan-Jones verpasst Deutschland schlechtere Bonitätsnote

27. Juni 2012

Nach Frankreich trifft es jetzt auch Deutschland: Die US-Ratingagentur Egan-Jones hat Deutschlands Kreditwürdigkeit von AA- auf A+ herabgestuft – wegen der Schuldenkrise drohen hohe Abschreibungen.

Ein Sparschwein lauf einer Deutschlandfahne mit Euro-Geldscheinen. 8Foto: dpa)
Deutschland Symbolbild Sparschwein mit BundesadlerBild: picture-alliance/dpa

Die größte Volkswirtschaft in der Eurozone werde unter der Schuldenkrise Griechenlands und anderer Euro-Staaten massiv leiden, begründete die kleine Agentur am Dienstag ihren Schritt. "Ob Griechenland oder andere Mitglieder der Eurozohne die Währungsunion verlassen oder nicht, Deutschland wird in jedem Fall auf massiven zusätzlichen uneinbringlichen Forderungen sitzenbleiben", hieß es in einer Erklärung von Egan-Jones am Dienstag.

Bereits Mitte Juni hatte die Agentur die Kreditwürdigkeit Frankreichs herabgestuft. Die Bewertung war auf BBB+ von zuvor A- gesenkt worden.

Egan Jones gehört zwar nicht zu den bekanntesten Agenturen, genießt aber wegen ihrer Unabhängigkeit einen guten Ruf.

Deutschland sei derzeit im europäischen Vergleich zwar in einer starken wirtschaftlichen Position, müsse aber indirekt Krisenstaaten wie Spanien und vor allem deren marode Banken unterstützen, hieß es weiter. Bei den drei größten Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch hat Deutschlands Bonität die bestmögliche Bewertung.

Merkels Widerstand gegen Euro-Bonds

Als weiteren Grund für die Herabstufung führte Egan-Jones die Fiskal-Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an: Mit ihrem Widerstand gegen Euro-Bonds und ihrem Pochen auf weitere Sparmaßnahmen sorge Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiter "für Spannungen" mit den anderen EU-Mitgliedern.

Dass es eine gesamtschuldnerische Haftung nicht geben werde, "so lange ich lebe", hatte Merkel nach Angaben aus Teilnehmerkreisen noch am Dienstag in einer Sitzung der FDP-Bundestagsfraktion gesagt.

ul/wen (afp, rtr, dapd)

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