Dieser Berg hat weder einen Gipfel noch bietet er eine beeindruckende Aussicht. Er steht auf einem Gelände in Köln. Stefan Nestler über zwei Bergsteiger, die im Labor vier Wochen unter Extrembedingungen zubringen.
Bild: Nancy Hansen
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Ralf Dujmovits ist der bisher einzige deutsche Bergsteiger, der auf allen 14 Achttausendern stand. Der Siebentausender, auf dem er und seine Partnerin, die kanadische Kletterin Nancy Hansen, seit Mitte Mai leben, ist nur 110 Quadratmeter groß. Er steht auf einem Gelände in Köln.
Stefan Nestler begleitet in seinem Blog die zwei Bergsteiger, die sich im Versuchslabor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) - im Envihab - als Versuchskaninchen zur Verfügung stellen.
Nancy Hansen wird in der Hypoxiekammer mit einem Ultraschall untersucht. Die Ärztin trägt eine Sauerstoffmaske. Bild: Ralf Dujmovits
Bei dem Experiment geht es darum, die Auswirkung der Hypoxie - also des Sauerstoffmangels in großer Höhe - auf den Körper zu erforschen. Die Mediziner des Envihab hoffen, neben den bekannten Gefahren vielleicht auch etwas zu entdecken, was bei niedrigem Luftdruck gut für die Gesundheit sein kann.
Die Geschichte erzählt der DW-Sportjournalist und passionierte Bergsteiger Stefan Nestler in seinem DW-Blog: "Abenteuer Sport". Hier: Zwei Wochen auf einem quasi 7000er
Am Envihab in Köln können Ärzte jede denkbare Umwelt simulieren: Temperatur, Licht, Geräusche, die Luftzusammensetzung, ihr Druck oder Feuchtigkeit lassen sich beliebig verändern. Aber das Labor hat noch mehr zu bieten.
Bild: DLR
Bettruhestudie am Envihab beginnt
Am Mittwoch (9.9.2015) beginnt am Envihab in Köln die erste große Bettruhestudie. Zwölf Probanden sollen mehrere Monate in Kopftieflage verbringen. Hier weitere Eindrücke vom Envihab des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt
Bild: DLR
Extrembedingungen
Bei Raumflügen setzen sich Astronauten besonderen Belastungen aus: Stoffwechsel, Hormonsystem und vieles mehr verändern sich. Zu verstehen, wie der Körper reagiert und warum ist die Aufgabe des Forschungslabors Envihab in Köln.
Bild: picture-alliance/dpa
Schwache Beine, schwache Muskeln
Kommen Astronauten von der Internationalen Raumstation ISS zurück, können sie meistens nicht mehr gehen. Ihre Muskeln haben sich in der Schwerelosigkeit zurückgebildet, die Beine sind blutleer, weil ohne Gravitation das Blut in den Kopf steigt.
Bild: Reuters/Sergei Remezov
Herz in der Zentrifuge
Die Zentrifuge am Envihab kann bis zur sechsfachen Erdbeschleunigung erzeugen - wie bei einem Raketenstart oder im Kampfjet. Dieses Ultraschallgerät kann untersuchen wie dabei das Herz reagiert. Es hängt an einem Roboterarm.
Bild: DW/F. Schmidt
Was geschieht bei Übernächtigung im Gehirn
Dieses Elektroenzephalogramm (EEG) dient auch der Schlafforschung: Damit kann beobachtet werden, wie sich die Gehirnströme verändern, wenn ein übermüdeter Mensch in einen Sekundenschlaf fällt - wichtig zum Beispiel für Fernfahrer.
Bild: DW/F. Schmidt
Wenn das Denken die Richtung ändert
Auf der Erde ist es leicht: Die Gravitation zieht uns immer nach unten. Das Universum ringsherum steht still. Im All wird es schwierig: Oben und Unten fehlen. Deshalb üben Raumfahrer schwierige Manöver - wie das Andocken einer Raumkapsel - vorher am Computer.