Ein Klassiker als Vorspeise
24. Januar 2014
Bevor es losgeht erst mal ein Lob: "Mönchengladbach ist eine der besten Mannschaften in der Bundesliga", schwärmte Bayern-Coach Pep Guardiola. Genauer gesagt ist die Borussia vor diesem 18. Spieltag die drittbeste Mannschaft, das zeigt ein Blick auf die Tabelle. Eine Platzierung die so nicht zu erwarten war. Umso größer ist die Motivation der Gladbacher sie mit einer guten Leistung gegen den Tabellenführer aus München zu bestätigen. "Ich weiß, dass uns viele in Deutschland die Daumen drücken", sagte Trainer Lucien Favre vor diesem geschichtsträchtigen Duell.
Ein Sieg der Borussia gegen die Bayern wie vor fast genau zwei Jahren an gleicher Stelle könnte die Liga wieder spannender machen. Eindrucksvolle Serien haben beide zu bieten: Acht Siege und ein Unentschieden stehen für die Gladbacher im eigenen Stadion in dieser Saison zu Buche, die Bayern haben gar die letzten 41 Pflichtspiele nicht mehr verloren. So soll es auch bleiben, wenn es nach Bayern-Profi Thomas Müller geht: "Wir müssen gut aus den Startlöchern kommen und der Konkurrenz direkt zeigen: Da ist nichts zu holen."
Dortmund peilt Rang zwei an
Borussia Dortmund scheint sich mit der Uneinholbarkeit der Münchener schon abgefunden zu haben. Trainer Jürgen Klopp hat den zweiten Platz zum vorläufigen Saisonziel erhoben. "Darüber würden wir uns sehr freuen", sagte er vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg am Samstag (25.01.2014). Nach dem enormen Verletzungspech der Dortmunder zum Ende der Hinrunde hat sich das Lazarett etwas gelichtet. Sven Bender und Marcel Schmelzer sind wieder fit. Verteidiger Mats Hummels und Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan sind zwar wieder im Training, werden aber gegen Augsburg wohl noch nicht eingesetzt.
Mit dem Mega-Transfer von Kevin De Bruyne hat der VfL Wolfsburg zweifellos die größten Schlagzeilen in der Winterpause geliefert. Trainer Dieter Hecking hätte nichts dagegen, wenn der belgische Mittelfeldstar damit auch gleich in der Partie gegen Hannover 96 weitermacht. De Bruyne wird bei den hochambitionierten Wölfen in der Startelf stehen. "Er ist ein Spieler, der Qualität hat. Es ist null Risiko, ihn gleich spielen zu lassen", erklärte Hecking. Bei Hannover wird ein neues Trainer-Gesicht auf der Bank sitzen. Tayfun Korkut fiebert seinem Bundesliga-Debüt entgegen. Dabei steht der Nachfolger von Mirko Slomka von Beginn an unter Druck. Hannover auf Rang 13 trennen nur vier Punkte von der Abstiegszone.
Dort steht der SC Freiburg auf dem Relegationsplatz. Und hat gleich zum Rückrundenauftakt eine ganz harte Nuss zu knacken: Bayer Leverkusen ist im Breisgau zu Gast. "Sie werden auf der Lauer liegen und auf Fehler von uns warten", beschreibt Freiburgs Coach Christian Streich die Taktik des Gegners, "und dann geht alles blitzschnell, fünf Sekunden bis zum Torabschluss." Freiburg will mit Leidenschaft und Aggressivität dagegenhalten. Dabei kommt Streich entgegen, dass durch das Aus in der Europa-League eine Belastung wegfällt. "Jetzt haben wir die Möglichkeit, so zu arbeiten, dass wir es dem Gegner schwerer machen als in der Vorrunde", glaubt Streich.
Wohin orientieren sich Stuttgart und Hoffenheim?
Der VfB Stuttgart geht in ein wegweisendes Spiel. Die Schwaben auf Tabellenplatz zehn empfangen den Neunten Mainz 05. "Eine sehr flexible Mannschaft, die während des Spiels auch mehrfach das System umstellen kann," analysierte VfB-Trainer Thomas Schneider, "da müssen wir hellwach sein." Mit einem Sieg würden die Stuttgarter die internationalen Plätze nicht ganz aus den Augen verlieren. Bei einer Niederlage dagegen wäre der Abstiegskampf gefährlich nahe. Für den 1.FC Nürnberg auf Tabellenplatz 17 ist er schon Realität. Im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim ist die spannende Frage, ob es den Nürnbergern endlich gelingt ihre guten Leistungen auch einmal in einen Sieg und wichtige Punkte umzumünzen.
Im Abendspiel am Samstag will Eintracht Frankfurt eine Rechnung mit Hertha BSC begleichen. Mit 6:1 fegten die Aufsteiger aus Berlin Frankfurt in der Hinrunde vom Platz. Das wird so nicht noch einmal vorkommen, glaubt auch Berlins Trainer Jos Luhukay: "Wir haben uns viel Respekt verschafft mit unserer tollen Hinrunde. Frankfurt wird uns sicher nicht unterschätzen."
Abstiegsgefährdete Hamburger gegen Schalker mit höheren Ambitionen
Am Sonntag (26.01.2014) gastiert Schlusslicht Eintracht Braunschweig bei Werder Bremen. Ein paar Kilometer weiter nördlich kommt es zum Duell zwischen dem Hamburger SV und Schalke 04. "Ein unglaublich intensives Spiel" erwartet HSV-Coach Bert van Marwijk. Mit einem Sieg will er so schnell wie möglich vom 16. Platz in ruhigere Gefilde der Tabelle. "Es liegt viel Druck auf uns, aber das mag ich, das brauchen wir", sagte van Marwijk. Auch für die Königsblauen steht einiges auf dem Spiel. Nach durchwachsener Hinrunde müssen die Schalker aufdrehen, um das Saisonziel Champions-League-Platz noch zu schaffen. Immerhin können sie dabei wieder auf Klaas-Jan Huntelaar zählen. Der Top-Stürmer ist nach fünf Monaten Verletzungspause zurück im Kader. Sein Einsatz in Hamburg ist allerdings noch fraglich.