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Tödliche Schüsse in Bangkok

26. Januar 2014

In Thailand verschärft sich die innenpolitische Krise weiter. Am Rande von Zusammenstößen zwischen Oppositionellen und Anhängern der Regierung wurde ein Anführer der Protestbewegung erschossen.

Trauernde Angehörige Suthins in einem Bangkoker Krankenhaus (Foto: Reuters)
Bild: Reuters

Suthin Taratin sei während einer Rede vor Demonstranten getötet worden, sagte ein Sprecher der Protestbewegung auf einer Pressekonferenz, die im Fernsehen übertragen wurde. Die Schüsse seien von einem Kleintransporter aus abgegeben worden. (Das Artikelbild zeigt trauernde Angehörige Suthins im Krankenhaus).

Mehrere Menschen hätten Verletzungen erlitten. Nach Korrespondentenberichten führte Suthin eine Gruppe von Demonstranten an, die im Vorort Bang Na der thailändischen Hauptstadt Wahllokale blockieren wollte. Dabei sei es zu Zusammenstößen mit Anhängern der Regierung gekommen.

Machtkampf seit November

Thailand wird seit mehr als zwei Monaten von einem Machtkampf zwischen Regierung und Opposition erschüttert. Die Gegner von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra sind in Bangkok fast ständig zu Protestmärschen und Blockaden auf der Straße. Immer wieder gab es dabei Schießereien und Explosionen, bei denen mehrere Menschen getötet wurden. Die Opposition fordert Yinglucks Rücktritt und will einen nicht gewählten sogenannten Volksrat einsetzen. Die von der Regierung als Ausweg aus der Krise für den 2.Februar angesetzte Neuwahl des Parlaments will die Opposition verhindern, da sie eine Niederlage gegen die bei den ärmeren Bevölkerungsschichten populäre Yingluck fürchtet.

Demonstranten vor einem Wahllokal in BangkokBild: picture alliance/ZUMA Press

Daher blockierten Demonstranten in Bangkok und im Süden Thailands zahlreiche Wahllokale, bei denen eine vorzeitige Stimmabgabe möglich war. Allein in der Hauptstadt mussten deshalb 34 von 50 Stimmlokalen geschlossen werden, wie die Wahlkommission in der Hauptstadt mitteilte.

Opposition will nicht wählen

Das Angebot der Regierung, die Wahlen zu verschieben, ist unterdessen vom Tisch, wie die Tageszeitung "Bangkok Post" berichtete. Am Samstag hatte es noch geheißen, die Regierung sei offenbar bereit, die Wahl später abzuhalten, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. So hatte sie von der Opposition gefordert, die Demonstrationen zu beenden und die Neuwahlen weder zu behindern noch zu boykottieren. Die Protestbewegung lehnte dies ab.

Das Hauptziel der vor allem von der Mittel- und Oberschicht getragenen Opposition ist ein Ende des "Thaksin-Regimes". Sie halten Yingluck für eine Marionette ihres Bruders Thaksin Shinawatra. Dieser war 2006 als Regierungschef vom Militär gestürzt und später wegen Korruption verurteilt worden. Er lebt im Exil.

wl/uh (dpa, afp, rtrre, epd)

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