"Einer der korruptesten Bereiche"
5. April 2004Moskau, 2.4.2004, INTERFAX, russ.
Der Präsident des Fonds für effektive Politik, Gleb Pawlowskij, ist der Meinung, dass die Krise, die der russische politische Journalismus heute durchmache, in den nächsten fünf Jahren bewältigt werden müsse. "Heute bekommen wir keine ganz gewöhnlichen Information, es gibt lediglich analytisches Material, das von den Eigentümern der Massenmedien bestellt wird und das in vielerlei Hinsicht ein Überbleibsel der sowjetischen Agitationspropaganda ist", sagte Gleb Pawlowskij am Freitag (2.4.) in einem Vortrag vor Stundenten der Wirtschaftshochschule in Moskau. Seiner Meinung nach können "weder die Geschäftskreise noch die Gesellschaft insgesamt lange in diesem Vakuum existieren". Gleb Pawlowskij zufolge ist der politische Journalismus einer der korruptesten Bereiche im heutigen Russland. "In etwa so, wie die Verkehrspolizei einmalige Lizenzen für Verstöße gegen die Verkehrsregeln verkauft, verkauft der politische Journalismus Fakten zu einer bestimmten Tagesordnung, die künstlich geschaffen wird", so der Politologe. (lr)