Seit 2021 ist Einwegplastik in der EU offiziell verboten. Dennoch sind Produkte wie Plastikgabeln, Strohhalme, Styroporboxen oder Rührstäbchen weiterhin im Umlauf – sichtbar in Imbissen, Cafés und Supermärkten. Der Grund: Viele dieser Artikel werden illegal importiert oder durch Schlupflöcher im Gesetz umgangen. So werden etwa Einweggabeln als „wiederverwendbar“ deklariert, obwohl sie kaum jemand ein zweites Mal nutzt. Die Materialstärke wird erhöht, das Design leicht angepasst – und schon gelten sie nicht mehr als Einwegprodukt. Gleichzeitig fehlt es an konsequenter Kontrolle: In vielen Städten wird nur auf Hinweis oder stichprobenartig geprüft. Die Folge: Das Verbot bleibt oft wirkungslos.
Andere Länder zeigen, dass strengere Maßnahmen Wirkung zeigen können. In Kenia etwa ist die Nutzung und Herstellung von Plastiktüten seit 2017 verboten – mit spürbarem Erfolg. Die Straßen sind sauberer, das Müllaufkommen ist gesunken. Doch auch dort untergräbt der grenzüberschreitende Handel die Fortschritte: Plastiktüten aus Nachbarländern gelangen weiterhin illegal ins Land. Weltweit existieren über 120 unterschiedliche Plastikregulierungen – ein Flickenteppich, der es der Industrie leicht macht, Schlupflöcher zu nutzen. Solange nicht alle mitziehen, bleibt das Problem global – und nationale Verbote laufen ins Leere.
Im August 2025 versuchte die UN, einheitliche Regeln für Plastik zu schaffen – doch eine Einigung blieb aus. Während einige Länder lediglich das Müllproblem angehen wollen, fordern andere tiefgreifende Maßnahmen: Produktionsgrenzen, Chemikalienregulierung, globale Verbote. Doch solange jährlich über 400 Millionen Tonnen Plastik produziert werden, bleibt das Problem bestehen – egal, wie dick oder dünn die Gabel ist. Verbote können nur dann wirksam sein, wenn sie international abgestimmt, klar kommuniziert und konsequent durchgesetzt werden. Der Weg zu einer plastikärmeren Zukunft führt über globale Zusammenarbeit – und über ein echtes Umdenken in Industrie und Gesellschaft.
