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Politik

Gekaperter Tanker "Asphalt Princess" ist frei

4. August 2021

Was geschah an Bord der "Asphalt Princess"? Mehrere Stunden lang soll der Tanker im Golf von Oman in der Hand von Entführern gewesen sein. Nun meldet die britische Seeschifffahrtsaufsicht, der Vorfall sei beendet.

Schiffstanker I MT Mercer Street
Am Donnerstag war der Öltanker "MT Mercer Street" - hier ein Archivbild - im Golf von Oman angegriffen worden Bild: Johan Victor/AP/picture alliance

Aus britischen Regierungskreisen hieß es zunächst, acht oder neun schwer Bewaffnete hätten die "Asphalt Princess" am Dienstag rund 60 Seemeilen vor der Küste des Emirats Fudschaira im Golf von Oman gekapert. Es sei zu einem "potenziellen Überfall" gekommen. Rund 17 Stunden später meldet die britische Seeschifffahrtsaufsicht UKMTO, der Vorfall sei beendet. Was in der Zwischenzeit an Bord geschah, ist nach wie vor unklar. Der Eigner des unter der Flagge Panamas fahrenden Asphalttankers konnte bislang nicht erreicht werden. 

Ausgewertete Satellitendaten zeigen lediglich, dass die "Asphalt Princess" am frühen Mittwochmorgen für einige Zeit Kurs Richtung Iran nahm, dann stoppte und wieder in Richtung Oman steuerte. Kurz darauf meldete die britische Aufsichtsbehörde, der Vorfall sei vorbei. Die Regierung in London ging bereits am Vorabend davon aus, dass der Iran oder mit ihm verbündete Milizen für die Entführung verantwortlich seien. Auch Saudi-Arabien warf dem Iran mit Blick auf den Vorfall vor, in einer "negativen Weise" in der Region zu agieren.

Iran weist alle Anschuldigungen zurück

Die iranischen Revolutionsgarden, die paramilitärische Eliteeinheit der Streitkräfte, wiesen die Anschuldigungen zurück und erklärten nach einem Bericht des Staatsfernsehens, weder iranische Kräfte noch Verbündete seien an einem Angriff auf ein Schiff beteiligt gewesen.

Das Seegebiet, in dem der Tanker gekapert wurde, befindet sich unmittelbar vor der Straße von Hormus, eine Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Sie stellt ein Nadelöhr für die weltweite Ölversorgung dar. Rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte müssen die Meerenge passieren.

Die Lage in der Region ist nach dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf den Öltanker "MT Mercer Street" vom vergangenen Donnerstag gespannt. Dabei waren nach Angaben des israelischen Schiffsbetreibers zwei Seemänner, ein Brite und ein Rumäne, getötet worden. Großbritannien, Rumänien und Liberia sehen mit "hoher Wahrscheinlichkeit" auch hier den Iran als Urheber. Die drei Staaten erhoben den Vorwurf jetzt in einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat in New York. "Dieser Angriff muss von der Staatengemeinschaft verurteilt werden", heißt es weiter. Die Regierung in Teheran will auch für diesen Vorfall nicht verantwortlich gewesen sein. 

se/ww (rtr, ap, cnn)

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