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Politik

Entscheidung in Moldaus Machtkampf

14. Juni 2019

In dem Land zwischen der Ukraine und dem EU-Mitglied Rumänien gab es fast eine Woche lang faktisch zwei Regierungen - nun soll wieder Ordnung einkehren. Die Partei des Oligarchen Plahotniuc gab ihren Machtanspruch auf.

Republik Moldau Chisinau Parlament Außenansicht
Parlamentsgebäude in Chisinau (Archivfoto)Bild: Imago/ZUMA Press

Der tagelange Machtkampf in der Republik Moldau ist zu Ende: Künftig wird das Land von einer Koalition aus dem proeuropäischen Parteienblock ACUM und der vom moskautreuen Staatspräsidenten Igor Dodon unterstützten "Partei der Sozialisten" (PSRM) regiert.

Die "Demokratische Partei" (PDM) des einflussreichen Oligarchen Vladimir Plahotniuc zog sich zurück. Sie entschied sich für den Gang in die Opposition, wie Medien aus der Hauptstadt Chisinau berichteten. Auch Blockaden von Regierungsgebäuden lösten sich demnach auf.

Hat künftig weniger politischen Einfluss: Vladimir Plahotniuc (PDM)Bild: Imago/Le Pictorium/S. Souicix

Bundesaußenminister Heiko Maas begrüßte die jüngste Entwicklung. Der Rückzug der alten Regierung mache den Weg frei für die vom Parlament gewählte neue Regierung und für einen friedlichen Wandel, twitterte das Auswärtige Amt in Maas' Namen. Zugleich sicherte es die Unterstützung Deutschlands zu.

Politische Wirren

Begonnen hatte die Krise in Moldau nach der Parlamentswahl im Februar, bei der keine Partei eine klare Mehrheit erringen konnte. Ein Höhepunkt der Turbulenzen wurde dann am vergangenen Wochenende erreicht, als das Verfassungsgericht Staatschef Dodon für abgesetzt erklärte. An Dodons Stelle trat kurzzeitig sein Rivale, der bisherige Regierungschef Pavel Filip, der seinerseits das Parlament für aufgelöst erklärte. Filip gehört Plahotniucs Demokraten an.

Um Plahotniuc an weiterer politischer Einflussnahme zu hindern, hatten sich Sozialisten und ACUM überraschend verbündet. Der wegen illegaler Finanzgeschäfte von Russland gesuchte Oligarch hatte dieses Bündnis aber nicht anerkannt. Er bestand zunächst darauf, dass seine Partei weiterregiert - was de facto für fast eine Woche zu einer Parallel-Regierung führte. Allerdings fand Plahotniuc für seinen Kurs wohl keinen Rückhalt mehr im Ausland. Die Entscheidung, den Regierungsanspruch nun doch aufzugeben, soll nach einem Besuch von PDM-Funktionären in der US-Botschaft gefallen sein.

Führt die neue Regierung von Moldau an: Maia Sandu (ACUM)Bild: Getty Images/AFP/D. Mihailescu

Moldau mit seinen rund 3,3 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder Europas. In den vergangenen Jahren bemühte sich die Regierung in Chisinau um eine rasche Annäherung an die Europäische Union.

wa/cgn (dpa, afp)

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