In großen Teilen Mosambiks gibt es kein Trinkwasser mehr. Die gefährlichen Cholera-Erreger können sich dadurch rasant ausbreiten. Hilfsorganisationen versuchen nun den Ausbruch der Krankheit einzudämmen.
Bild: DW/B. Jequete
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Knapp zwei Wochen nach Durchzug des Zyklons "Idai" hat die Regierung in Mosambik die ersten Fälle der schweren Darmerkrankung bestätigt. Die Fälle wurden in Munhava, einem Stadtteil der Metropole Beira, gemeldet. Beira wurde zum Großteil von "Idai" zerstört.
"Angesichts der Wassermassen, die während des Zyklons durch Beira geflossen sind und angesichts der enormen Schäden ist es nicht überraschend, dass wir nun mit dem Ausbruch von Krankheiten wie Cholera konfrontiert sind", teilte Gert Verdonck, der Nothilfe-Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Beira, mit. Derzeit behandeln Teams der Organisation dort mehr als 200 Patienten am Tag.
Zyklon Idai: Mosambik hilft sich selbst
01:27
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Drei Millionen Menschen in Not
Wenn kein Trinkwasser mehr verfügbar ist und schlechte hygienische Bedingungen herrschen, können sich Durchfallerkrankungen wie Cholera rasch ausbreiten. Experten fürchten neben Cholera auch Typhus- und Malaria-Epidemien.
Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits etliche Maßnahmen getroffen, um den Ausbruch von Cholera einzudämmen. Demnach sind 900.000 Impfdosen auf dem Weg. Diese sollten später in dieser Woche in Mosambik eintreffen, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier. Zudem werde der Aufbau von drei Behandlungszentren unterstützt, eins davon in der zerstörten Stadt Beira.
Am 15. März hat "Idai" weite Teile von Mosambik, Malawi und Simbabwe verwüstet und mit heftigen Regenfällen riesige Landstriche unter Wasser gesetzt. Rund 700 Menschen sind nach Regierungsangaben ums Leben gekommen - die tatsächliche Zahl dürfte Helfern zufolge jedoch deutlich höher liegen. Rund drei Millionen Menschen in den drei Ländern sind nach UN-Schätzungen auf Hilfe angewiesen. Allein in Mosambik wurden 91.000 Häuser zerstört.
bag/rb (dpa, afp)
Das Ausmaß der Katastrophe nach dem schweren Tropensturm "Idai" in Südost-Afrika ist noch nicht absehbar. Die Regierung in Mosambik befürchtet mindestens 1000 Todesopfer. Auch die Nachbarländer melden hunderte Tote.
Bild: picture-alliance/AP Photo/D. Onyodi
Beira, eine zerstörte Stadt
Der Zyklon "Idai" ist mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde auf die Küste Afrikas getroffen. Das Rote Kreuz geht davon aus, dass die Hafenstadt Beira zu 90 Prozent verwüstet wurde. Tausende Gebäude, darunter Krankenhäuser und Schulen, wurden zerstört, ebenso unzählige Straßen, Brücken und Felder. In der Stadt mit rund 500.000 Einwohnern gibt es seit mehr als einer Woche keinen Strom.
Bild: Getty Images/AFP/A. Barbier
Suche nach Überlebenden
In Chimanimani sucht eine Familie ihren unter dem Schlamm begrabenen Sohn.
Im 600 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Simbabwes gelegenen Bezirk schlafen viele Menschen in den Bergen, weil ihre Häuser durch Schlammlawinen zerstört wurden. Präsident Emmerson Mnangagwa erklärte für die betroffenen Gebiete den Ausnahmezustand.
Bild: picture-alliance/AP/T. Mukwazhi
Katastrophengebiete
Viele Gebiete sind nur aus der Luft zugänglich. Ein UN-Sprecher warnte, über die Ufer getretene Flüsse hätten im Zentrum Mosambiks bereits zu wahren "Binnenmeeren" geführt. Die Helfer dringen nur mühsam in die Hochwassergebiete vor.
Bild: picture-alliance/AP Photo/D. Onyodi
Ein Rennen gegen die Zeit
Viele Brücken sind eingestürzt, Straßen weggespült. Die größte Herausforderung ist daher, die Hilfsbedürftigen überhaupt zu erreichen. "Idai" unterbrach auch die Nationalstraße 6, die Hauptzufahrtstraße nach Beira in Mosambik. Im Hinterland der Hafenstadt steigen die Flusspegel noch an - es regnet immer weiter.
Bild: DW/A. Sebastião
Hilfe aus der Luft
Rettungskräfte bergen einen Überlebenden in Chimanimani, 600 Kilometer südöstlich von Harare, der Hauptstadt Simbabwes. Die Regierung geht von mehr als 100 Toten in der Stadt Chipinge und im Distrikt Chimanimani aus. Bewohner befürchten, dass diese Zahl sehr viel höher ist, da die am schlimmsten getroffenen Gegenden noch gar nicht erreichbar sind.
Bild: picture-alliance/AP/T. Mukwazhi
Humanitäre Krise auch in Malawi
Im Nachbarland Malawi sind 56 Menschen ums Leben gekommen. Laut Angaben der UN sind mehr als 900.000 Menschen betroffen, 83.000 von ihnen mussten ihre Häuser verlassen."Wir brauchen jede logistische Unterstützung, die wir bekommen können", sagt der Leiter des UN-Nothilfebüros OCHA, Jens Laerke.