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Mit Vollmacht gegen die Krise

22. November 2013

Mit Dekreten zu Unternehmensgewinnen und Importkontrollen hat Venezuelas Präsident den verschärften Kampf gegen die Wirtschaftskrise aufgenommen. Der ist - bei aller Kritik an Maduros Machtzuwachs - bitter notwendig.

Fast leere Regale in einem Supermarkt in Caracas (Foto: LEO RAMIREZ/AFP/Getty Images)
Bild: LEO RAMIREZ/AFP/Getty Images

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat erstmals von den Sondervollmachten Gebrauch gemacht, die ihm das Parlament angesichts der akuten Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land eingeräumt hat. Der sozialistische Staatschef erließ zwei Dekrete, mit denen zum einen die Gewinne von Unternehmen begrenzt, zum anderen die Importe kontrolliert werden sollen.

Das erste Dekret ziele darauf ab, die Preise zu kontrollieren und die Gewinne im Privatsektor auf maximal 30 Prozent zu begrenzen, erklärte Maduro. Nach seinen Worten soll es ihm erlauben, die Löhne zu garantieren und Profite auf ein "vernünftiges Maß" zu begrenzen. Das zweite Dekret solle die Importgeschäfte kontrollieren und verhindern, dass Händler beim Weiterverkauf im Inland immense Preisaufschläge verlangten, sagte der Staatschef.

Sondervollmachten für Maduro

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Inflation bei 54 Prozent

Die Abgeordneten in Caracas hatten am Dienstag ein Gesetz verabschiedet, wonach Maduro ein Jahr lang per Dekret ohne Parlamentsbeteiligung regieren kann. Maduros Anfang März gestorbener Vorgänger Hugo Chávez ließ sich während seiner 14-jährigen Amtszeit vier Mal solche Sondervollmachten einräumen.

Der Präsident hatte die Vollmachten im Oktober beantragt, um freie Hand in der von ihm als "Wirtschaftskrieg" bezeichneten ökonomischen Krise zu erhalten. Er wirft der bürgerlichen Opposition und deren Unterstützern im Ausland vor, das Land in die Knie zu zwingen. Die Inflation ist in den vergangenen zwölf Monaten in Venezuela auf 54 Prozent geklettert. Das war noch höher als jemals während der Amtszeit von Chávez, dem Maduro im April ins höchste Staatsamt gefolgt war.

sti/uh (afp, dpa)

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