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"Es muss einen Weg geben"

23. März 2009

Es könnte so einfach sein in Nahost. Das ist die Botschaft der Sängerinnen Noa und Mira, die beim Grand Prix für Israel antreten. Doch nicht alle sind der Meinung, in Internetforen werden sie als Verräter beschimpft.

Die beiden Sängerinnen Noa und Mira, Foto: ap
Das jüdisch-arabische Duo tritt gemeinsam beim Grandprix anBild: AP

"Was zwischen zwei Menschen möglich ist, muss auch zwischen zwei Völkern möglich sein", davon ist die von jemenitischen Juden abstammende Noa überzeugt. Seit acht Jahren arbeitet sie schon mit der christlichen Araberin Awad zusammen, mit der sie inzwischen eng befreundet ist. "Wir wollen einen vollständigen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern." Was für westliche Ohren logisch und fast banal klingt, hat in Israel eine hitzige Debatte ausgelöst: Awad erzählt, es gebe im Internet sogar Hassforen gegen sie - auf Hebräisch und Arabisch. Der Sängerin wird vorgeworfen, sie diene der israelischen Besatzungsmacht als Feigenblatt. Die jüdische Israelin Noa hat wiederum mit Vorbehalten rechtsgerichteter Landsleute zu kämpfen.

Trotzdem treten beide gemeinsam am 16. Mai in Moskau beim Eurovision Song Contest auf, Ihr Lied "There Must Be Another Way" erzählt von dem Schmerz und der Sehnsucht nach Frieden in der Region. Die Frauen singen den Text auf Englisch, Hebräisch und Arabisch und werden begleitet von dem Jazz-Gitarristen Gil Dor. "Wir haben einen langen, harten Weg hinter uns gebracht, Hand in Hand, und die Tränen fließen umsonst, der Schmerz hat keinen Namen, wir warten nur auf den Tag danach - Es muss einen anderen Weg geben", heißt es in dem Lied. "Deine Augen sagen, eines Tages wird die Angst weg sein. Und wenn ich weine, dann weine ich für uns beide."

Die eiserne Mauer

Die Mauer als FriedenshindernisBild: AP

Sie ist über 700 Kilometer lang, über neun Meter hoch und aus massivem Beton: die gigantische Sperranlage, die die israelische Regierung seit 2002 baut und mit der sich vor Terroranschlägen durch palästinensische Selbstmordattentäter schützen will. Doch die Mauer reicht weit in palästinensisches Gebiet hinein, annektiert Land und schränkt die Bewegungsfreiheit der Menschen massiv ein. Der langjährige Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Heiko Flottau, hat darüber jetzt ein Buch geschrieben. Er verfolgt die Mauer zurück, bis hinter die Staatsgründung 1948, sucht nach Ursachen, Fehlern und Konsequenzen der israelischen Politik und lässt die zu Wort kommen, die betroffen sind: Israelis und Palästinenser.

Heiko Flottau: "Die eiserne Mauer", Christoph Links Verlag, 222 Seiten, 16,90 Euro.

Abu Dhabi steigt bei Daimler ein

Abu Dhabi sichert die Zukunft DaimlersBild: AP

Eine staatlich kontrollierte Investmentfirma aus dem Emirat Abu Dhabi steigt als neuer Großaktionär bei Daimler ein. Aabar Investments erwirbt für 1,95 Milliarden Euro einen Anteil von 9,1 Prozent an dem schwäbischen Autokonzern, wie beide Unternehmen am Sonntagabend mitteilten. Der neue Großaktionär biete einen "entscheidenden Rückhalt" im derzeitigen "unsicheren Umfeld", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Aabar gehört mehrheitlich der International Petroleum Investment Company, die wiederum der Regierung Abu Dhabis gehört. Die Firma investiert in unterschiedliche Branchen wie Energie, Immobilien und Automobilindustrie. Daimler sei eine "Marken-Ikone" und weltweit für Spitzenleistungen bekannt, erklärte Aabar-Chef Chadem el Kubaisi. Die Partnerschaft mit Daimler sieht nach Angaben der Unternehmen auch eine Ausbildungseinrichtung für Jobs in der Autoindustrie in Abu Dhabi vor. Mit Aaber hat Daimler künftig zwei Großaktionäre aus der Golfregion, die zusammen 15 Prozent an dem Unternehmen besitzen. Bereits seit 1974 ist Kuwait Anteilseigner, der Golfstaat wird nach dem Einstieg von Aaber 6,9 Prozent der Anteile halten.

Redaktion: Diana Hodali/ Ina Rottscheidt