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PolitikGlobal

News kompakt: Iran prüft Vorschlag der USA für Kriegsende

7. Mai 2026

US-Präsident Donald Trump hält eine Einigung mit Iran für "sehr wahrscheinlich". Die EU will sexualisierte KI-Deepfakes per Gesetz verbieten. Der DW-Nachrichtenüberblick.

Frachtschiffe vor Anker in der Straße von Hormus
Als Teil einer Einigung zwischen dem Iran und den USA könnte die wichtige Straße von Hormus bald wieder freigegeben werdenBild: Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP Photo/picture alliance

Die Staatsführung in Teheran prüft einen neuen Verhandlungsvorschlag der USA. Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte der iranischen Nachrichtenagentur ISNA, Teheran werde anschließend seine Position an den Vermittlerstaat Pakistan weiterleiten. Zu den Inhalten des Vorschlags machte Baghai keine Angaben. Zugleich wies er einen Bericht der US-Nachrichtenseite "Axios" über ein möglicherweise kurz bevorstehendes Abkommen zwischen den Konfliktparteien als überzogen zurück.

"Axios" hatte unter Berufung auf US-Quellen berichtet, ein Dokument zur Beilegung des Krieges stehe kurz vor dem gemeinsamen Abschluss. US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen, sollte sich Iran nicht auf eine Vereinbarung einlassen, würden "Bombardements beginnen", und diese hätten "leider ein weitaus größeres Ausmaß und eine weitaus größere Intensität als zuvor".

EU will sexualisierte Deepfakes verbieten

KI-Anwendungen zur missbräuchlichen Erstellung sexualisierter Deepfakes sollen in der EU künftig verboten werden. Darauf einigten sich Vertreter der Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments, wie die zyprische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Die Änderung ist Teil einer Reform des KI-Gesetzes, mit der zugleich andere Vorgaben vereinfacht werden sollen. Ziel ist es, das wirtschaftliche Potenzial von Künstlicher Intelligenz in Europa besser zu nutzen.

Deepfakes können etwa Gesichter oder Stimmen täuschend echt in andere Inhalte einfügen. Durch KI ist es deutlich einfacher geworden, solche Fälschungen herzustellen. Bevor die neuen Regeln gelten, müssen EU-Parlament und Mitgliedstaaten die Einigung noch formell bestätigen. 

EU ringt weiter um Zollabkommen mit US-Präsident Trump

In der Europäischen Union gibt es weiter keine Einigung über die Umsetzung des Zollabkommens mit US-Präsident Donald Trump. Vertreter des Europaparlaments und der 27 Mitgliedstaaten fanden in der Nacht nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern keinen Kompromiss. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Vereinbarung im vergangenen August mit Trump geschlossen. Die USA sagen darin zu, Zölle auf EU-Produkte grundsätzlich auf maximal 15 Prozent zu begrenzen. Im Gegenzug soll die EU unter anderem Zölle auf US-Industriewaren, Autos und bestimmte Agrarprodukte abbauen.

Im August 2025 einigten sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (l.) und US-Präsident Donald Trump auf einen HandelsdealBild: Jacquelyn Martin/AP Photo/dpa/picture alliance

Zuletzt hatte Trump nach einem Streit mit Bundeskanzler Friedrich Merz über den Iran-Krieg erneut mit höheren Zöllen auf europäische Autos und Lkw gedroht. Die Verhandlungen in Brüssel ziehen sich seit Monaten hin und wurden wegen Drohungen aus Washington bereits mehrfach verzögert.

Wadephul legt Sechs-Punkte-Plan für EU-Reformen vor

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul fordert schnelle und weitreichende Reformen der Europäischen Union, um sie vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik handlungsfähiger zu machen. In einer Grundsatzrede bei der Konrad-Adenauer-Stiftung sprach sich Wadephul dafür aus, dass kleinere Gruppen von Mitgliedstaaten enger zusammenarbeiten, wenn unter allen 27 EU-Ländern kein Konsens erreichbar sei. Zudem plädierte er dafür, das Einstimmigkeitsprinzip in außenpolitischen Fragen durch Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit zu ersetzen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht Teile der aktuellen EU-Strukturen als potenzielle "existenzielle Gefahr"Bild: Michael Kappeler/dpa/picture alliance

So könnten langwierige Blockaden einzelner Staaten verhindert werden. Gerade in Sicherheitsfragen könne das Einstimmigkeitsprinzip "eine existenzielle Gefahr" darstellen, sagte Wadephul. Als Beispiel nannte er die monatelange Blockade eines 90-Milliarden-Euro-Kredits für die Ukraine durch Ungarn.

Hantavirus-Kontaktperson in Klinik in Deutschland angekommen

Der Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" beschäftigt nun auch Ärzte in Deutschland. Eine Person, die an Bord Kontakt zu einem Hantavirus-Fall hatte, ist am späten Mittwochabend zur vorsorglichen Untersuchung im Universitätsklinikum Düsseldorf eingetroffen. Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf hatten sie zuvor am Flughafen Amsterdam übernommen und mit einem Spezialkonvoi nach Düsseldorf gebracht.

Das Kreuzfahrtschiff "MV Hondius" vor den Kapverden (am 05.05.2026)Bild: Arilson Almeida/AP Photo/dpa/picture alliance

Nach mehreren Hantavirus-Infektionen auf der "Hondius" waren drei Menschen gestorben: ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine deutsche Frau. Drei weitere Personen wurden unter medizinischer Begleitung am Mittwoch von Bord gebracht, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das niederländische Außenministerium mitteilten.

CNN-Gründer Ted Turner im Alter von 87 Jahren gestorben

Der einflussreiche US-Medienunternehmer Ted Turner ist tot. Der Gründer des Nachrichtensenders CNN starb am Mittwoch im Alter von 87 Jahren, wie der Sender mitteilte. CNN würdigte Turner als "Pionier des Kabelfernsehens", der mit Nachrichten rund um die Uhr die Fernsehberichterstattung revolutioniert habe. CNN-Chef Mark Thompson bezeichnete Turner als den "Riesen, auf dessen Schultern wir stehen".

Im Alter von 87 Jahren gestorben: CNN-Gründer Ted TurnerBild: Faye Sadou/Capital Pictures/picture alliance

Turner hatte CNN 1980 gegründet und damit den ersten rund um die Uhr sendenden Nachrichtensender geschaffen. Zu seinem Medienimperium gehörten später unter anderem die Sender TBS, TNT, Turner Classic Movies und Cartoon Network. Vor acht Jahren hatte Turner öffentlich gemacht, an einer Demenzerkrankung zu leiden.

pgr/se (dpa, afp, rtr)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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