EU gibt 6,1 Milliarden Euro für Ukraine frei
24. August 2026
Die Europäische Union hat am Unabhängigkeitstag der Ukraine weitere Rüstungshilfen im Umfang von 6,1 Milliarden Euro freigegeben. Das Geld soll nach Angaben der EU-Kommission für Luftabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radaranlagen verwendet werden.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verwies dabei auf die zunehmenden russischen Angriffe. "Während Russland seine Angriffe verstärkt, weiten wir unsere Unterstützung aus, damit die Ukraine ihre Bevölkerung schützen und ihren Luftraum verteidigen kann." Allein im Juli seien bisher 376 russische Raketenangriffe registriert worden, teilte die Kommission mit.
Die neuen Mittel sind Teil eines Unterstützungsdarlehens von bis zu 90 Milliarden Euro für die Ukraine. Davon sind 60 Milliarden Euro für militärische Hilfe vorgesehen. Vor der nun freigegebenen Tranche von 6,1 Milliarden Euro waren bereits Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden. Davon wurden etwa 8,5 Milliarden Euro bereits ausgezahlt. Der Großteil der Beschaffungen soll bei Rüstungsunternehmen aus der EU erfolgen.
Mit ihrem Nationalfeiertag am 24. August erinnert die Ukraine an ihre Unabhängigkeitserklärung von 1991. In diesem Jahr begeht das Land den 35. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Der Feiertag steht erneut im Zeichen des russischen Angriffskriegs, der am 24. Februar 2022 begann.
Ukraine meldet Treffer auf russische Ziele
Parallel dazu gehen die gegenseitigen Angriffe weiter. Das ukrainische Militär erklärte, es habe in der Nacht ein russisches Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 sowie zwei Schiffe im Schwarzen Meer getroffen. Nach Angaben des Kommandeurs der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, handelte es sich bei den Schiffen um einen Tanker und einen Massengutfrachter.
Auch aus mehreren Regionen im Süden Russlands wurden neue ukrainische Drohnenangriffe gemeldet. Der zweitgrößte russische Onlinehändler Ozon teilte mit, in einem Logistikzentrum in Machatschkala sei nach einem Angriff ein Feuer ausgebrochen. Nach vorläufigen Angaben seien mehrere Menschen verletzt worden, ihr Leben sei jedoch nicht in Gefahr.
Wegen der Gefahr weiterer Drohnenangriffe wurden nach Angaben des Unternehmens zudem Warenhäuser in Adygeysk und Newinnomyssk evakuiert. Dort habe es weder Verletzte noch Schäden gegeben. Bereits in der Nacht war in einem Ozon-Logistikzentrum im südlichen Krasnodar nach einem Drohnenangriff ein "großes Feuer" ausgebrochen. Das Personal sei rechtzeitig evakuiert worden, Verletzte habe es nicht gegeben.
Das ukrainische Verteidigungsministerium hatte am Samstag Angriffe auf Ozon angekündigt. Zuvor hatte die Ukraine nach eigenen Angaben die 15 größten Logistikzentren des russischen Onlinehändlers Wildberries angegriffen. Kyjiw begründet die Attacken damit, dass Wildberries Komponenten an das russische Militär liefere. Seit Mitte Juli waren zahlreiche Standorte des Unternehmens in Russland und auf der von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim getroffen worden.
Wildberries ist der größte, Ozon der zweitgrößte Online-Marktplatz Russlands. Wegen ihrer starken Stellung im russischen Onlinehandel werden beide Unternehmen häufig mit dem US-Konzern Amazon verglichen.
Verbündete beraten über weitere Unterstützung
Vor diesem Hintergrund beraten die Staats- und Regierungschefs der sogenannten Koalition der Willigen an diesem Montag über die weitere Unterstützung der Ukraine. Das Treffen findet in hybrider Form statt. Rund zehn Teilnehmer reisen nach Angaben eines EU-Vertreters nach Kyjiw, darunter EU-Ratspräsident António Costa und der neue britische Premierminister Andy Burnham. Weitere Staats- und Regierungschefs werden per Videoschaltung zugeschaltet.
Zu ihnen gehört Friedrich Merz. Der deutsche Bundeskanzler sicherte der Ukraine zum Unabhängigkeitstag erneut die Unterstützung Deutschlands zu. "Wir stehen fest an der Seite der Ukraine", sagte Merz in einer Videobotschaft. Die Ukrainerinnen und Ukrainer verteidigten "mit beeindruckendem Mut" seit Jahren "die Unabhängigkeit ihres Landes gegen den brutalen russischen Angriffskrieg".
Sie zeigten "damit der gesamten Welt, was es heißt, für Freiheit und für einen gerechten Frieden einzustehen", sagte Merz. Bei den Beratungen der Koalition der Willigen soll es um das weitere Vorgehen und die militärische Unterstützung der Ukraine gehen.
pgr/fab (dpa, afp, rtr, kna)
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