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Glaube

Europäisches Taizé-Jugendtreffen in Basel

28. Dezember 2017

15.000 junge Erwachsene sind in die Dreiländerregion Basels gekommen, um mit Gebeten und Gesprächen spirituelle Energie fürs eigene Leben zu tanken. Die Verstärkung zwischenmenschlicher Kontakte ist nicht ausgeschlossen.

Teilnehmer eines Taizé-Gottesdienstes in Dessau-Roßlau im März 2017 (Foto: picture alliance/füs/K.-D. Gabbert)
Teilnehmer eines Taizé-Gottesdienstes in Dessau-Roßlau (Archivbild)Bild: picture alliance/füs/K.-D. Gabbert

Im schweizerischen Basel und den angrenzenden Regionen Deutschlands und Frankreichs hat das Europäische Jugendtreffen der ökumenischen Bruderschaft von Taizé begonnen. Damit findet die Zusammenkunft erstmals in drei europäischen Ländern gleichzeitig statt. Das Treffen dauert bis zum 1. Januar.

"Wir möchten, dass sie wieder aufrecht stehen" 

Rund 15.000 junge Erwachsene aus ganz Europa nehmen daran teil. Die meisten von ihnen sind nach Angaben der Bruderschaft zwischen 18 und 35 Jahre alt. Sie werden bei Gastfamilien in dem Dreiländereck wohnen. Die Jugendlichen sollen sich zu einer neuen Etappe auf dem Ende der 1970er Jahre ins Leben gerufenen "Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde" zusammenfinden.

Zu den Inhalten des Treffens zählen laut der Bruderschaft das gemeinsame Gebet, Diskussionen über Frieden und Solidarität und der Austausch zwischen Gastgebern und Besuchern. Die Bruderschaft erklärte, dass die ökumenische Gemeinschaft den Jugendlichen mit den internationalen Treffen Mut geben wolle. Viele junge Menschen seien bedrückt wegen der Arbeitswelt, der Flüchtlingskrise oder politischer Instabilität. "Wir möchten, dass sie wieder aufrecht stehen", hieß es aus der Bruderschaft. Silvester feiern die jungen Menschen dann zusammen als ein "Fest der Nationen". 

Serbisch-orthodoxe Kirche als Mitveranstalter

Die Taizé-Treffen werden seit mehr als 40 Jahren in europäischen Städten organisiert, darunter Straßburg, Berlin und Paris. Zu den Organisatoren zählen neben der Bruderschaft von Taizé die Kirchen vor Ort sowie Behörden. Zu den kirchlichen Mitveranstaltern gehören diesmal neben der katholischen und evangelischen auch die serbisch-orthodoxe Kirche in Basel.

Der Prior der Ordensgemeinschaft ist der aus Bayern stammende Bruder Alois (Löser)Bild: picture alliance/ZUMAPRESS/M. Debets

Der ökumenische Männerorden von Taizé in der französischen Region Burgund war 1949 von dem 2005 ermordeten Schweizer Roger Schutz gegründet worden. Seit den 1960er Jahren laden die Brüder vor allem junge Leute zu internationalen Begegnungstreffen ein. Heute leben in Taizé rund 100 Pater aus verschiedenen Ländern, darunter sowohl Protestanten als auch Katholiken. Der Prior der Bruderschaft ist der aus Bayern stammende und in Stuttgart aufgewachsene Bruder Alois (Löser).

Frere Alois beschrieb in einem Interview der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) einen Zusammenhang zwischen aktueller "Europamüdigkeit" und der "Verdunstung des Glaubens" in weiten Teilen Europas. Die Kirchen trügen die Verantwortung dafür, dass junge Menschen den Glauben "neu, tiefer und persönlicher" leben könnten. Alois: "Wer das entdeckt, der wird sich auch stärker für Europa engagieren."

sti/ml (dpa, epd, kna)