Winterchaos in Europa: Schnee, Eis und Flugausfälle
5. Januar 2026
Starker Schneefall und eisige Temperaturen haben in etlichen europäischen Ländern für teils chaotische Verhältnisse gesorgt. Am Montag, als viele Menschen aus den Weihnachtsferien in den Alltag starteten, kam es in den deutschen Nachbarländern Polen, Frankreich, Tschechien und in den Niederlanden zu zahlreichen Verkehrsstörungen.
Am Großflughafen Schiphol in Amsterdam wurden am Morgen rund 450 Flüge gestrichen. Auch der Zugverkehr in den Niederlanden brach zwischenzeitlich zusammen. Auf den Autobahnen kam es zu Hunderten Kilometern Stau.
Minus 30,6 Grad
Die polnische Eisenbahn PKP meldete teils stundenlange Verspätungen und Ausfälle nach starken Schneefällen. Der Fernverkehrszug Odra (Oder) zwischen Krakau und Berlin erreichte die deutsche Grenze mehr als zweieinhalb Stunden später als geplant. In der tschechischen Gemeinde Kvila im Nationalpark Böhmerwald nahe der Grenze zu Bayern wurde ein Tiefstwert von minus 30,6 Grad Celsius gemessen.
Nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes sollen die Temperaturen in Deutschland in den nächsten Tagen landesweit nicht oder nur geringfügig über den Gefrierpunkt steigen. "Der Winter ist in Deutschland eingekehrt und in vielen Regionen Deutschlands liegt aktuell Schnee, der bei den meist frostigen Temperaturen in den nächsten Tagen auch noch liegen bleiben wird", sagte Markus Übel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.
In Schottland konnten immerhin viele Kinder das Schneetreiben genießen. Am Morgen wurden Hunderte Schulen geschlossen. In vielen Teilen Großbritanniens gilt seit mehreren Tagen eine Wetterwarnung wegen des starken Schneefalls. Am Wochenende war in dem englischen Ort Shap mit minus 10,9 Grad Celsius die bislang kälteste Nachttemperatur dieses Winters in England und Wales gemessen worden.
Jede Menge Schnee in Sarajewo
In der Slowakei meldeten die Meteorologen am Montag lokal bis zu minus 20 Grad Celsius. In Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, fielen bis zu 40 Zentimeter Schnee. Am Flughafen von Sarajewo war am Sonntag die Hälfte der Flüge ausgefallen. In Rumänien waren insbesondere die Karpatenregionen in Siebenbürgen betroffen: Mehrere Dörfer waren wegen zugeschneiter Zufahrten isoliert. Mindestens 42.000 Haushalte waren ohne Strom, weil Transformatoren durch heftigen Schneefall beschädigt worden waren.
Die schwedische Polizei rief die Menschen dazu auf, das Auto stehen zu lassen. "Sushi zu holen, ist keine Notwendigkeit!" hieß es salopp von Behördenseite. Am Stockholmer Flughafen Arlanda fielen zahlreiche Flüge aus oder waren verspätet. Der Zugverkehr in mehreren Regionen wurde zeitweise gestoppt, und Busse und Lastwagen rutschten von den eisglatten Straßen.
In Österreich riefen die staatlichen Meteorologen eine Kältewarnung für den Westen des Landes aus. Am Dienstag könnten die Temperaturen dort auf bis zu minus 17 Grad fallen. Größere Schneefälle werden im deutschen Nachbarland aber nicht erwartet.
Frankreich: 850 Kilometer Stau
In Frankreich sorgte starker Schneefall für Flugausfälle auf den Pariser Flughäfen Charles-de-Gaulle und Orly: Die Fluggesellschaften mussten dort 15 Prozent ihrer Flüge streichen, wie der französische Verkehrsminister Philippe Tabarot mitteilte. Dies sei nötig, um Start- und Landebahnen vom Schnee zu räumen und die Maschinen vorzubereiten. Frankreichs größter Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle werde bis 20.00 Uhr betroffen sein, Paris-Orly bis 23.00 Uhr.
Schnee und Eis sorgten in der Normandie und der Bretagne im Westen Frankreichs sowie im Großraum Paris für Verkehrsstörungen - dort bildeten sich Staus mit einer Rekordlänge von insgesamt 850 Kilometern. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV konnte nur mit 200 statt 300 Stundenkilometern fahren. Auch im Rest des Landes herrschten laut Wetterdienst Météo-France frostige Temperaturen.
Spaniens Behörden warnen vor Unwettern
In Spanien bringt das Sturmtief "Francis" Regen, Kälte, starken Seegang und in höheren Lagen auch Schnee. Die Wetterbehörde Aemet gab Warnungen für zehn Regionen des Landes heraus. Für die Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca und in den meisten anderen Gebieten gilt die dritthöchste Warnstufe Gelb. In Teilen von Kantabrien im Norden, von Kastilien und León im Nordwesten und von Katalonien im Osten des Landes herrscht teilweise Warnstufe Orange, das bedeutet erhebliche Gefahr.
haz/as (dpa, rtr, afp)
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