Biologen der Universität Sydney haben erstmals beobachtet, dass eine australische Glattechse zunächst Eier legt und später auch noch ein lebendes Jungtier zur Welt bringt. Klingt skurril, ergibt aber durchaus Sinn.
Bild: Haifa-University/Nadav Pezaro
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Zunächst legte die in Australien heimische Eidechse drei Eier und dann - Wochen später - brachte die Glattechse Saiphos equalis zusätzlich auch noch ein lebendes Jungtier aus der gleichen Schwangerschaft zur Welt. Dies ist das erste Mal, dass ein solches Ereignis in einem einzigen Wurf von Wirbeltier-Jungtieren dokumentiert wurde.
Forscherin Camilla Whittington mit einer anderen Glattechsenart, einem StachelskinkBild: University of Sydney
Zweifache Reproduktionsmöglichkeit
"Es ist eine sehr ungewöhnliche Entdeckung", sagte Camilla Whittington von der "School of Life and Environmental Sciences" an der Universität von Sydney. Die Beobachtung wird diese Woche in "Biology Letters" veröffentlicht, zusammen mit einer ausführlichen Mikroskopie der Eiabdeckungen.
Die Skink-Spezies stammt von der Ostküste Australiens. Im nördlichen Hochland von New South Wales bringen die Tiere normalerweise lebende Jungtiere zur Welt, aber die in und um Sydney lebenden Tiere legen Eier. Glattechsen gehören zu den seltenen Wirbeltierarten, bei denen sich beide Reproduktionsvarianten beobachten lassen – bei denen also einige Individuen Eier legen und andere lebende Junge zur Welt bringen. Aber bisher wurde noch nie beobachtet, dass Wirbeltiere beides in einem Wurf tun.
Die Glattechse Saiphos equalis bleibt flexibel durch ihre gemischte ReproduktionsfähigkeitBild: Haifa-University/Nadav Pezaro
Absicherung gegen Umweltschwankungen
Laut Whittington gibt es bei Wirbeltieren mindestens 150 evolutionäre Übergänge von eierlegend bis lebendgebärend. "Die ersten Wirbeltiere legten Eier, aber im Laufe der Evolution entwickelten einige Arten die Fähigkeit, Embryonen länger im Körper zu tragen. Wir denken meist nur an Menschen und andere Säugetiere, die lebend gebären. Aber es gibt auch viele Reptilienarten, die das tun." Beide Methoden hätten ihre Vor- und Nachteile.
"Im Kontext der Evolutionsbiologie können Tiere, die zwischen dem Legen von Eiern und der Lebendgeburt wechseln können, ihre Nachkommenschaft entsprechend den Umweltbedingungen absichern", so Biologin Whittington.
Das Kuriositätenkabinett der Reptilien
Aktuell sind um die 11.500 Reptilienarten bekannt. Die Vielfalt der Formen und Farben kennt dabei keine Grenzen. Und sie passen sich bestens an ihren Lebensraum an - ob in der Wüste, im Regenwald oder an der Küste.
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Die kleinste Sensation
Brookesia nana heißt das kleinste bekannte Reptil der Welt, das im Januar 2021 bekannt wurde. Durch seine winzige Länge von 13,5 bis 19 Millimeter und seine braune Färbung fällt es am Waldboden kaum auf. Das winzige Chamäleon lebt in einem abgelegenen nördlichen Teil von Madagaskar. Bislang ist dieses Mini-Reptil ein Einzelgänger. Es ist nicht gelungen, weitere Exemplare der neuen Art zu finden.
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Tierische Camouflage
Na, wo steckt die Miniechse? Mit seiner grünen Farbe hebt sich dieser kleine, grasgrüne Taggecko kaum von dem Blatt ab. Diese Gattung hat keine Augenlider. Im Laufe der Evolution sind die oberen und unteren Lider zu einer durchsichtigen Membran verwachsen. Meist begegnet man diesen tagaktiven Tieren auf den Inseln des Indischen Ozeans oder Madagaskar.
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Bitte nicht anfassen!
Diese Echse macht ihrem Namen alle Ehre: Der gesamte Körper ist mit Dornen übersät. Die Dornteufel-Echse ist ausschließlich in Australien beheimatet. An das Leben in der Trockenheit ist sie bestens angepasst, denn die Rillen am Körper transportieren Regen- und Kondenswasser direkt ins Maul.
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Nicht meine Kragenweite!
Das versucht die Kragenechse mitzuteilen, wenn sie ihre Hautlappen am Hals aufstellt. Damit droht sie Fressfeinden oder Rivalen. Auf bis zu 30 Zentimeter Durchmesser bringt es die Halskrause. Kragenechsen gehören zu den Agamen. Sie leben ausschließlich in Australien und Neuguinea.
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Farbenprächtige Langnase
Noch ein Vertreter aus dem artenreichen Madagaskar: Pantherchamäleons gehören zu den buntesten ihrer Art. Das Farbenspektrum reicht von Grau über Grün bis hin zu Rosa und Lila. Charakteristisch ist der über den gesamten Rücken laufende Kamm, der in einer Verlängerung der Nase endet.
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Zwergen-Triceratops
Etwas kleiner als sein Dinosaurier-Gegenstück ist das Dreihornchamäleon. Mit 38 Zentimetern Körperlänge sind die Männchen dieser Art aber deutlich größer als viele seiner Verwandten. Das Dreihornchamäleon ist in den Bergregenwäldern Ostafrikas heimisch.
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Algentaucher auf Galapagos
Ein wahrlich guter Taucher ist die Meerechse auf den Galapagosinseln. Bis zu 30 Minuten geht sie unter Wasser auf Futtersuche. Dabei verlangsamt sich ihr Herzschlag auf zehn Schläge pro Minute. Ihre Haut ist meist dunkel, damit sie sich nach dem Bad im kalten Wasser möglichst schnell aufwärmt.
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Gigantischer Drache
Bis zu 70 Kilogramm bringt die größte lebende Echse auf die Waage! Selbst Hirsche und Wildschweine sind dem Komodowaran als Beute nicht zu groß. Seine Geheimwaffe ist der giftige Speichel, der die Blutgerinnung verringert und zum Schock führen kann. Der Komodowaran lebt ausschließlich auf kleineren Inseln Indonesiens.
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Grüne Luftschlange
Der Grüne Baumpython wohnt gerne mit Aussicht. In bis zu 25 Metern Höhe schlingt sich die Schlange um Äste. So versteckt lauert sie auf potenzielle Beute. Die auffallend grünen Tiere leben im Norden Australiens und auf Neuguinea.
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Kleiner Kopf mit großer Wirkung
Ein beeindruckendes Beispiel, wie die äußere Erscheinung täuschen kann. Die Haut im Kieferbereich der Eierschlange ist um das drei- bis vierfache dehnbar. Die gerade einmal daumendicke Schlange kann dadurch sogar Hühnereier verspeisen. Sorgen müssen sich nur Bauern in Subsahara-Afrika, wo die Eierschlange auf Beutejagd geht.
Bild: public domain
Genial skuril!
Auf den ersten Blick scheint die Optik dieser Fransenschildkröte alles andere als gewollt. Doch die namensgebenden Fransen am Körper sind genial: Durch sie erscheint die im Süßwasser Südamerikas lebende Schildkröte unter Wasser quasi unsichtbar. Da würde jedes Chamäleon vor Neid erblassen!