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PolitikNahost

Explosion in iranischer Militäranlage

29. Januar 2023

Der Betrieb nördlich von Isfahan war nach Angaben aus Teheran mit Drohnen angegriffen worden. Die Attacke sei abgewehrt worden, hieß es.

Iran | Explosion in Isfahan
Nach Regierungsangaben wurde niemand verletzt durch das FeuerBild: hamshahrionline.ir

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtet, kam es in der Nacht zum Sonntag zu einer Explosion in einer Munitionsfabrik des Verteidigungsministeriums. Von dort hieß es, der Betrieb nahe der Stadt Isfahan im Zentrum des Landes sei mit kleinen Drohnen angegriffen worden. Eine Drohne sei abgeschossen worden, und zwei weitere Drohnen seien beim Abfangen explodiert und hätten geringen Schaden angerichtet. Es habe keine Opfer gegeben. Außenminister Hossein Amir-Abdollahian sagte, der Angriff könne die Islamische Republik nicht von der Entwicklung "friedlicher Atomkraft" abbringen.

In der Region Isfahan stehen mehrere Atomforschungsanlagen, darunter eine Anlage zur Umwandlung von Uran. Im April 2021 hatte Teheran mitgeteilt, dass am Standort Natans die Produktion von auf 60 Prozent angereichertem Uran begonnen habe. Demnach näherte sich der Iran damit der Anreicherung auf 90 Prozent an, die für die Herstellung einer Atombombe erforderlich ist.

In der Atomanlage von Natans wird Uran angereichert (Archivbild)Bild: Alfred Yaghobzadeh/SalamPix/abaca/picture alliance

Angaben zu den Verantwortlichen des Angriffs liegen nicht vor. Auch zur Ursache eines Großbrands in einer Fabrik für Motorenöl nahe der Stadt Tabris gab es zunächst keine Angaben. Dutzende Feuerwehrleute bekämpften in der Nacht unweit der Provinzhauptstadt Tabris den Brand, der laut Medienberichten aus bisher ungeklärten Gründen ausgebrochen war. Mindestens eine Einsatzkraft wurde verletzt. Der Brand sei so verheerend gewesen, dass auch ein Feuerwehrauto Opfer der Flammen wurde.

In der Vergangenheit hatte das Mullah-Regime in Teheran wiederholt Israel für verdeckte Aktionen auf seinem Territorium verantwortlich gemacht. Israel äußerte sich nie zu konkreten Einzelfällen und lehnte auch am Sonntag eine Stellungnahme ab.

Auch werden Angriffe dieser Art mit dem Atomabkommen in Zusammenhang gebracht, das die nuklearen Aktivitäten des Iran beschränken soll. Die Verhandlungen über das Abkommen liegen seit Monaten auf Eis. Die 2015 beschlossene Vereinbarung sollte das iranische Atomprogramm begrenzen und sicherstellen, dass das Land keine Atomwaffen baut.

uh/pg/ft (dpa, afp, rtr)

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