Explosionen in russischer Munitionsfabrik
1. Juni 2019
Eine riesige Rauchwolke steigt nach den Explosionen über dem russischen Dserschinsk, 400 Kilometer östlich von Moskau, in den Himmel. Die Detonationen waren so heftig, dass nicht nur Werksmitarbeiter sondern auch Bewohner benachbarter Häuser medizinisch behandelt werden mussten. Das örtliche Gesundheitsministerium teilte mit, vier Menschen seien schwer verletzt worden. Nach den Angaben sind unter den Verletzten viele Fabrikarbeiter aber auch viel Anwohner. Kinder seien nicht unter den Opfern.
Die Explosionen ereigneten demnach in einem Gebäude der Firma Kristall, in dem der Sprengstoff TNT hergestellt wird. Das Unternehmen baut für das russische Militär unter anderem Bomben.
Großfeuer auf 100 Quadratmetern
Ein Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzes sagte laut Nachrichtenagenturen, es habe eine "technische Explosion" in einer der Werkstätten gegeben, gefolgt von einem Feuer auf rund 800 Quadratmetern. Fünf Gebäude der Fabrik seien komplett zerstört worden, teils seien die Fenster benachbarter Häuser infolge der Druckwelle geborsten, hieß es.
Das Feuer konnte stundenlang nicht gelöscht werden. Mehr als 300 Einsatzkräfte und 50 Fahrzeuge waren laut Angaben des Katastrophenschutzes an den Löscharbeiten beteiligt. Anwohner der Stadt wurden aufgerufen, ihre Fenster geschlossen zu halten. Gefahren durch eine chemische Wolke gebe es aber nicht, teilten die Behörden mit. Am Nachmittag gab Entwarnung bezüglich der Gefahr von weiteren Explosionen. Auch gebe es nur noch Glutnester, die man unter Kontrolle habe. Allerdings soll sich das Feuer auf ein benachbartes Waldgebiet ausgebreitet haben.
Die Hintergründe der Explosionen sind derzeit noch unklar. Allerdings wird laut Agenturangaben wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften im Produktionsbetrieb ermittelt.
Oft laxer Umgang mit Sicherheitsvorschriften
In Russland kommt es immer wieder zu verheerenden Unglücken mit vielen Toten und Verletzten. Ursache dafür ist oft, dass Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten werden. In der 200.000-Einwohnerstadt Dserschinsk waren erst im August vergangenen Jahres bei einer Explosion in einer Rüstungsfabrik drei Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Seit 2014 hat es nach Recherchen der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass in russischen Sprengstoffwerken rund ein Dutzend Explosionen gegeben.
cw/gri (afp, dpa)