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Tödliche Dosis in Fukushima

1. September 2013

Die Serie besorgniserregender Meldungen von der Atomruine Fukushima in Japan reisst nicht ab. Aus einem Wassertank des havarierten Kernkraftwerks tritt eine gefährlich hohe Strahlung aus.

Luftbild der Atomanlage Fukushima (Foto. Reuters)
Bild: Reuters/Kyodo

Die Strahlung sei um das 18-fache gestiegen, teilte die Betreibergesellschaft Tepco mit. Die Belastung beläuft sich danach nun auf 1800 Millisievert pro Stunde - eine Dosis, die beim Menschen nach vier Stunden zum Tod führt. Der Wassertank, in dem kontaminiertes Wasser aus dem Reaktor aufgefangen wird, habe aber kein neues Leck, versicherte ein Tepco-Sprecher. Der Wasserstand sei unverändert. Allerdings sei an einer Verbindungsleitung zwischen zwei anderen Kühltanks in der Nähe ein Leck entdeckt worden, so der Tepco-Sprecher weiter. Etwa alle anderthalb Minuten trete dort ein Tropfen verseuchter Flüssigkeit aus. Die genaue Ursache werde untersucht.

In Folge des schweren Erdbebens und des Tsunamis vom 11. März 2011 war in der Kernkraftwerksanlage Fukushima das Kühlsystem ausgefallen. In mehreren Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Tepco kämpft seither mit großen Mengen radioaktiv verseuchten Wassers, das zu Kühlungszwecken an den beschädigten Reaktoren eingesetzt wurde.

Fukushima: Warnung angehoben

00:29

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Erst vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Lagertank ausgelaufen seien, ein Teil davon womöglich in den Pazifik. Die japanische Atomaufsicht ordnete die Probleme in der Nuklearanlage auf Stufe drei der bis sieben reichenden internationalen Skala für Atomunfälle ein, was einem "ernsten Störfall" entspricht.

Tepco steht wegen seines Krisenmanagements während und nach der Atomkatastrophe heftig in der Kritik. Der Firma wird vorgeworfen, das Ausmaß der Katastrophe zu vertuschen und die Öffentlichkeit nur unzulänglich zu informieren. Erst kürzlich hatte Ministerpräsident Shinzo Abe bekräftigt, dass sich die Regierung im Kampf gegen die von der Atomruine ausgehenden Gefahren stärker engagieren werde. Die Bewältigung der Folgen des Unfalls in Fukushima könne nicht allein Tepco überlassen werden, so Abe.

Katastrophenschutzübung in Japan: Ministerpräsident Abe besucht HilfsmannschaftenBild: Reuters/Yuya Shino

Zum 90. Jahrestag des verheerenden Erdbebens vom 1. September 1923 fanden an diesem Sonntag in ganz Japan Katastrophenschutzübungen statt. Japan gehört zu den am stärksten von Erdbeben bedrohten Gebieten der Welt. Rund 20 Prozent aller weltweiten Erdbeben der Stärke 6 oder höher ereignen sich in dem Inselstaat. Am 1. September 1923 waren 145.000 Menschen ums Leben gekommen, als ein Beben der Stärke 7,9 die Hauptstadt Tokio und weite Teile Yokohamas in Schutt und

Asche legte

wl/sti (dpa, afp, rtr)