Für Italien wird das Geld teurer
12. April 2012
In Rom sind am Donnerstag vier Anleihepakete mit verschiedenen Laufzeiten zur Versteigerung gekommen. Die italienische Regierung hatte damit fünf Milliarden Euro einsammeln wollen. Das Ziel wurde jedoch knapp verfehlt, es kamen am Ende 4,88 Milliarden zusammen. Bereits am Mittwoch hatte Italien elf Milliarden Euro aufgenommen.
Allerdings verlangten die Investoren deutlich höhere Zinsen als zuvor. So lag die Durchschnittsrendite für dreijährige Anleihen heute bei 3,89 Prozent, zuvor hatte sie bei 2,76 Prozent gelegen. Das in den ersten Monaten des Jahres leicht gestiegene Vertrauen in die Schuldenländer am Südrand der EU scheint zu schwinden.
Alles nicht so schlimm
Der HSBC-Analyst Sebastian von Koss kommentierte die römische Auktion mit den Worten: "Das war nicht überragend, aber auch kein Desaster." Seiner Ansicht nach sind die höheren Zinsen am Anleihemarkt marktbedingt und nur zum Teil ein Indiz für schwindendes Vertrauen in die italienische Finanzpolitik. Die römische Regierung zeigte sich indes zufrieden. Vize-Wirtschaftsminister Vittorio Grilli versicherte, dass Italien sich "bei diesen Zinsen" gut refinanzieren könne.
Es besteht darüber hinaus Hoffnung, dass die Renditen für Italien nicht weiter steigen werden. Benoit Coeure, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank, deutete am Ende der Auktion jedenfalls an, dass die EZB sich wieder am Staatsanleihemarkt engagieren könne. Das würde den Druck auf die Regierung in Rom mindern, sie könnte dann wieder Anleihen zu niedrigeren Zinsen platzieren.
dk/wen (rtr/dpa)