Facebook wagt dicke Übernahme
10. April 2012
Freude auf beiden Seiten: Der Kauf von Instagram sei ein "wichtiger Meilenstein für Facebook", sagte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Und Instagram-Mitentwickler Kevin Systrom erklärte: "Wir sind begeistert, uns Facebook anzuschließen." Zugleich versicherte er: "Instagram wird nicht verschwinden."
Die populäre Instagram-Anwendung erlaubt es Nutzern, ihre mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos mit Filtern und Effekten zu bearbeiten und dann ins Internet zu stellen. Instagram ist seit Anfang 2011 verfügbar und hat inzwischen 30 Millionen Nutzer.
Verwunderung
Die Instagram-Übernahme soll noch in diesem Quartal abgeschlossen werden. Facebook stemmt den Zukauf mit einer Mischung aus Bargeld und eigenen Aktien. Viele Analysten überraschte allerdings der Kaufpreis von einer Milliarde Dollar (rund 760 Millionen Euro) für ein Unternehmen ohne nennenswerten Umsatz. Offenbar wollte Facebook verhindern, das das Unternehmen Rivalen wie Twitter oder Google in die Hände fällt. Instagram wäre auch für diese Firmen äußerst wertvoll gewesen, meinen Experten.
Das soziale Netzwerk treibt seit Wochen seinen Börsengang voran, der für Mai erwartet wird. Mit Einnahmen von aktuell angepeilten fünf Milliarden Dollar wäre es der größte Börsengang einer Internetfirma überhaupt. Zusammen mit den Anteilen, die bei den Alteigentümern wie Zuckerberg verbleiben, dürfte Facebook auf eine Firmenbewertung von bis zu 100 Milliarden Dollar kommen.
wa/se (rtr, afp, dpa)