"Fahren Sie nach Moskau, dort wird Ihnen geholfen"
29. Juli 2004Moskau, 29.7.2004, INTERFAX, russ.
Das Bildungsministerium Moldovas ruft Russland auf, zur Lösung der Krise beizutragen, die um die moldauischen Schulen in Transnistrien entstanden ist, in denen auf der Grundlage des lateinischen Alphabets unterrichtet wird, erklärte Jekaterina Semtschenkowa, eine Vertreterin des Bildungsministeriums Moldovas. "Wir haben mehrere Erklärungen an den Europarat, den Menschenrechtskommissar des Europarates Alvaro Gil-Robles, die OSZE gerichtet. Wir haben uns entschieden, nach Moskau zu kommen, da Russland der wichtigste Garant (bei der Lösung des Problems mit den Schulen – IF) ist", sagte Jekaterina Semtschenkowa am Donnerstag (29.7.) auf einer Pressekonferenz bei "Interfax" in Moskau. "Wir bitten sie, die Kinder zu schützen, damit sie in ihrer Muttersprache unterrichtet werden können", so Jekaterina Semtschenkowa.
Die Direktorin der moldauischen Schule in Bender, Maria Roibu, zitierte die Eltern ihrer Schüler: "Fahren Sie nach Moskau. Dort muss man Ihnen helfen." Ein Schüler dieser Schule, Witalij Stankow, sagte bei der Pressekonferenz: "Wir sind mit den Schülern in lettischen Schulen solidarisch, die ebenfalls ihre Rechte verteidigen. Wir haben uns entschieden, der ganzen Welt zu zeigen, was bei uns vor sich geht. Wir haben kein Verständnis für das Vorgehen der lokalen Machtorgane, wir verstehen nicht, wieso unsere Schule geschlossen wird und wir gezwungen werden, nach Programmen unterrichtet zu werden, die längst veraltet sind." "Ich appelliere an die öffentliche Meinung in Russland. Soll die Russischen Föderation als Garant seine Meinung äußern und helfen", so Witalij Stankow.
Jekaterina Semtschenkowa berichtete, dass es in Transnistrien 15 russisch-moldauische Schulen gibt sowie 16 Schulen, in denen auf der Grundlage von kyrillischen Schriftzeichen unterreichtet wird und 8 Schulen, in denen auf der Grundlage von lateinischen Schriftzeichen unterrichtet wird. In den letzten werden 4300 Kinder unterrichtet, 32 Prozent aller moldauischen Kinder, die in Transnistrien leben. Jekaterina Semtschenkowa erinnerte daran, dass von den acht Schulen "sechs geschlossen wurden, dabei wurden drei besetzt [von den Rechtsschutzorganen] ". Sie teilte mit, dass sie eben heute erfahren habe, dass eine dritte Schule in Rybniz besetzt wurde. "Ich war dort vor zwei Tagen und hatte den Eindruck, dass es uns gelungen ist, sie zu verteidigen. Aber uns wurde eben gesagt, dass auch diese Schule besetzt wurde." (lr)