Nach zwei sieglosen Bundesligaspielen meldet sich Bayern München mit einem Kantersieg zurück. Verfolger Dortmund bleibt dran. Bremen und Frankfurt holen mit neuem Trainer keinen Sieg. Der Rückblick auf den 21. Spieltag.
Luis Diaz trifft für den FC Bayern gegen Hoffenheim doppelt und untermauert die TabellenführungBild: DiZ-PiX/IMAGO
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"Perfekt ist, wenn es vielleicht 5:0, 6:0 wird. Aber wir haben Respekt vor Hoffenheim. Wir wussten, dass das eine gute Mannschaft ist. Dementsprechend ist dieses Ergebnis auch gut", meinte Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany, nachdem seine Mannschafft gegen die TSG Hoffenheim "nur" mit 5:1 gewonnen hatte.
Das Duell des Tabellenführers der Fußball-Bundesliga mit dem Drittplatzierten war mit Spannung erwartet worden, wurde dann aber zur einseitigen Angelegenheit, auch weil die Hoffenheimer durch eine rote Karte gegen Kevin Akpoguma nach einer guten Viertelstunde in Unterzahl gerieten.
Der TSG-Verteidiger war von Bayerns Luis Diaz im Strafraum im Zweikampf am Arm geklammert worden, dann gestolpert und hatte Diaz schließlich zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter wertete das als Notbremse.
Hoffenheims Kevin Akpoguma stürzt nach Armeinsatz von Luis Diaz und bringt den Bayern-Angreifer zu FallBild: Frank Hoermann/SvenSimon/picture alliance
"Es war eine klare Fehlentscheidung. 75.000 Menschen haben sich auf ein Top-Spiel hier gefreut - für die tut es mir leid, dass es hier dieses Unterzahl-Spiel geworden ist", meinte Hoffenheims Trainer Christian Ilzer, sah aber auch das Positive. "Wir haben ganz viel mitnehmen können, was uns für unseren weiteren Weg extrem viel bringt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft - alles, was wir kontrollieren können, haben wir top gemacht."
Borussia Dortmund bleibt dran
Der Vorsprung des FC Bayern an der Tabellenspitze blieb gleich. Da Verfolger Borussia Dortmund sich mit 2:1 beim VfL Wolfsburg durchsetzte, blieben es sechs Punkte.
Auch RB Leipzig konnte durch einen 2:1-Erfolg beim 1. FC Köln wieder drei Punkte holen, nachdem es zuvor zwei sieglose Spielen gegen die Abstiegskandidaten FC St. Pauli (1:1) und FSV Mainz 05 (1:2) gegeben hatte.
Der VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen ließen dagegen Punkte liegen. Stuttgart verlor auf St.Pauli mit 1:2, Leverkusen kam in einem schwachen Spiel nicht über ein 1:1 bei Borussia Mönchengladbach hinaus.
Die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga nach 21 Spieltagen:
FC Bayern München 54 Punkte | 79:19 Tore | +60
Borussia Dortmund 48 Punkte | 43:20 Tore | +23
TSG 1899 Hoffenheim 42 Punkte | 44:28 Tore | +16
RB Leipzig 39 Punkte | 40:28 Tore | +12
VfB Stuttgart 39 Punkte | 38:28 Tore | +10
Bayer 04 Leverkusen 36 Punkte | 39:27 Tore | +12
"Es sollte heute nicht sein, und ich glaube, am Ende geht es wahrscheinlich auch in Ordnung, dass die St. Paulianer heute gewinnen", sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. "Sie haben leidenschaftlich gekämpft und haben es sich erarbeitet."
"Die erste Halbzeit war zu wenig", gab Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand zu, nachdem er einmal mehr einen schwachen Auftritt seiner Werkself gesehen hatte. "Die Kombination aus unserem Ballbesitz ohne Intensität und ohne tiefe Laufwege nach vorn passt nicht. Wir müssen im Ballbesitz mit viel mehr Intensität spielen."
Werder Bremen rutscht auf Relegationsplatz
Richtig brenzlig wird die Lage langsam bei Werder Bremen. Nach der Trennung von Trainer Horst Steffen, gelang auch unter dem neuen Coach Daniel Thioune kein Sieg. Stattdessen rutschten die Grün-Weißen durch die 0:1-Niederlage beim SC Freiburg auf den Relegationsplatz ab. Die mitgereisten Fans quittierten das mit einem gellenden Pfeifkonzert zum Abschied.
Ein Traumtor von Freiburgs Jan-Niklas Beste bringt Werder Bremen die nächste Niederlage einBild: Bosco/BEAUTIFUL SPORTS/picture alliance
Neu-Trainer Thioune erging sich gleich nach seinem ersten Spiel in Durchhalteparolen. "Das Letzte, was ich sehen will, sind hängende Köpfe", sagte er. "Wer nach unten schaut, kann nicht sehen, was vor einem liegt." Sportdirektor Clemens Fritz forderte: "Wir müssen intensiv arbeiten und wir dürfen den Glauben nicht verlieren."
Frankfurt hat Spaß unter Coach Riera
Auch Eintracht Frankfurt konnte beim Einstand seines neuen Trainers Albert Riera keinen Sieg verbuchen, holte beim 1:1 bei Union Berlin aber immerhin einen Punkte.
"Viele gute Dinge" - Eintracht-Trainer Albert Riera war mit seinem Einstand nicht unzufriedenBild: O. Behrendt/contrastphoto/picture alliance
"Ich achte nicht so sehr auf den Spielstand. Ich konzentriere mich darauf, viele gute Dinge zu tun, und bin mir sicher, dass sich das Ergebnis dann einstellen wird", sagte der Spanier, der aus Slowenien nach Frankfurt wechselte. "Ich habe sehr viele gute Dinge gesehen."
Dieser Meinung war auch Frankfurts Fußball-Weltmeister von 2014, Mario Götze. "Wir sind deutlich stabiler, deutlich aggressiver und besser im Spiel als zuvor", lobte er. Der neue Trainer gebe sehr viel Input und verlange viel, "wir konnten da große Teile davon umsetzen. Es macht Spaß", so Götze.
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Ergebnisse und Torschützen des 21. Bundesliga-Spieltags:
FC Bayern München - TSG Hoffenheim 5:1 (3:1)
Tore: 1:0 Kane (20., Foulelfmeter), 1:1 Kramaric (35.), 2:1 Kane (45., Foulelfmeter), 3:1 Díaz (45.+2), 4:1 Díaz (62.), 5:1 Díaz (89.) Rote Karte Hoffenheim: Akpoguma (17./Notbremse)
Union Berlin - Eintracht Frankfurt 1:1 (0:0)
Tore: 0:1 Brown (84.), 1:1 Querfeld (87., Foulelfmeter) Gelb-Rote Karte Frankfurt: Höjlund (86./wiederholtes Foulspiel)
SC Freiburg - Werder Bremen 1:0 (1:0)
Tor: 1:0 Beste (13.) Rote Karte Freiburg: Manzambi (52./grobes Foulspiel, nach Videobeweis)
FSV Mainz 05 - FC Augsburg 2:0 (1:0)
Tore: 1:0 Amiri (8., Foulelfmeter), 2:0 Amiri (80., Foulelfmeter)
1. FC Heidenheim - Hamburger SV 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Königsdörffer (45.+3), 0:2 Philippe (78.)
Die Rekordspieler der Fußball-Bundesliga
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).