News kompakt: USA und Iran wollen nun in Pakistan verhandeln
8. April 2026
Gut eine Stunde vor Ablauf des US-Ultimatums an den Iran haben sich beide Kriegsparteien auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Das teilte US-Präsident Donald Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social mit. Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif habe ihn gebeten, von seinen angedrohten Angriffen auf iranische Kraftwerke abzusehen, so Trump. Der Iran erklärte sich im Gegenzug nach eigenen Angaben bereit, die für den internationalen Schiffsverkehr wichtige Straße von Hormus unter Auflagen wieder zu öffnen.
Die israelische Regierung gab bekannt, man unterstütze die Feuerpause. Diese gelte jedoch nicht für den Libanon. Pakistans Premierminister Sharif lud Delegationen aus den USA und dem Iran für weitere Gespräche am Freitag in die Hauptstadt Islamabad ein. Dort soll über ein endgültiges Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs verhandelt werden.
Vereinte Nationen drängen auf Einhaltung der Waffenruhe
Nach der Verkündung der Feuerpause zwischen den USA und dem Iran rufen die Vereinten Nationen beide Seiten eindringlich dazu auf, diese auch einzuhalten. Das sei nötig, "um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen", erklärte Stéphane Dujarric, der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres. Alle Konfliktparteien im Nahen Osten müssten ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachkommen.
NATO-Generalsekretär Rutte besucht Trump
Nach heftigen Vorwürfen von US-Präsident Donald Trump gegen NATO-Partner wird der Generalsekretär der Verteidigungsallianz, Mark Rutte, an diesem Mittwoch im Weißen Haus in Washington erwartet. Trump hatte zunächst versucht, NATO-Verbündete dazu zu drängen, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Als die Hilfe ausblieb, schimpfte der US-Präsident, die Allianz sei ein "zahnloser Tiger". Der Zeitung "Financial Times" sagte er, die NATO werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner nicht bei der Sicherung der Meerenge helfen. Zuletzt erklärte Trump, es stehe kaum noch zur Debatte, dass die Mitgliedschaft der USA nach dem Ende des Iran-Kriegs überdacht werden müsse.
Rutte zeigte Verständnis für beide Seiten. Er gilt als Vermittler zwischen der US-Regierung und dem Rest der Allianz. Eine NATO-Vertreterin teilte nun mit, Rutte und Trump wollten bei ihrem Gespräch "die aktuelle Sicherheitslage" erörtern, im Hinblick auf den Iran-Krieg und den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.
Großbritannien lässt US-Rapper West nicht ins Land
Die britische Regierung verweigert dem für seine antisemitischen und rassistischen Äußerungen bekannten US-Musiker Kanye West die Einreise. West wollte im Juli an einem Festival in London teilnehmen. Der US-Rapper hätte niemals als Headliner für das Wireless Festival eingeladen werden dürfen, sagte der britische Premierminister Keir Starmer. Die Regierung stehe fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft. Die Veranstalter sagten das Festival nach der Entscheidung ab.
Der geplante Auftritt des 48-Jährigen, der sich inzwischen Ye nennt, hatte schon vorher scharfe Kritik ausgelöst. Der Rapper selbst erklärte, er habe eine bipolare Störung. Er betonte, er sei weder Nazi noch Antisemit.
Kanye West sorgte wiederholt mit antisemitischen Äußerungen für Schlagzeilen. Zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im vergangenen Jahr veröffentlichte er einen Song mit dem Titel "Heil Hitler". Zuvor vermarktete er T-Shirts mit Hakenkreuz-Aufdruck.
Fast 1000 Geflüchtete im Mittelmeer ertrunken oder vermisst
Nach den jüngsten Schiffsunglücken ist die Zahl der Toten und Vermissten unter Geflüchteten im Mittelmeer in diesem Jahr schon auf nahezu 1000 gestiegen. Das teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit. Allein in den vergangenen Tagen starben danach vermutlich mehr als 180 Flüchtlinge und Migranten oder wurden als vermisst gemeldet. Damit habe der Jahresanfang 2026 die höchsten Opferzahlen seit 2014, hieß es. Am Sonntag seien bei einem der Unglücke im zentralen Mittelmeer mehr als 80 Migranten als vermisst gemeldet worden. Ihr Boot war kurz nach dem Ablegen von der libyschen Küste bei starkem Seegang gekentert.
IOM-Generaldirektorin Amy Pope betonte, die Rettung von Menschenleben müsse oberste Priorität haben. Gleichzeitig brauche es entschlossene Anstrengungen, um Schleuser zu stoppen und reguläre Wege für die Migration auszubauen.
Bundestagspräsidentin Klöckner besucht das Baltikum
Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine wird die Präsidentin des Deutschen Bundestags, Julia Klöckner, an diesem Mittwoch zu ihrem Antrittsbesuch in Estland erwartet. In der Hauptstadt Tallinn sind Treffen mit ihrem Kollegen Lauri Hussar und Ministerpräsident Kristen Michal geplant. Darüber hinaus will sich die CDU-Politikerin über die digitale Verwaltung informieren. Estland gilt beim sogenannten E-Government als Vorreiter in Europa.
Am Donnerstag reist Klöckner weiter nach Litauen. Dort will sie neben politischen Gesprächen eine Rede im Parlament halten und die Litauen-Brigade der Bundeswehr besuchen. Zu den Aufgaben der noch im Aufbau befindlichen deutschen Brigade gehören der Schutz der NATO-Ostflanke und eine Abschreckung Russlands.
se/gri/AR (dpa, afp, ap, rtr, epd, kna, bundestag.de)
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