Finnland setzt Schiff nach Schaden an Unterseekabel fest
31. Dezember 2025
Nach der Beschädigung eines Unterseekabels in der Ostsee hat die finnische Küstenwache ein verdächtiges Schiff festgesetzt. Um was für ein Schiff es sich genau handelt, war zunächst unklar.
Wie die Polizei mitteilte, meldete der Telekommunikationsanbieter Elisa am frühen Morgen einen Schaden in einem Kabel, das die finnische Hauptstadt Helsinki mit Estlands Hauptstadt Tallinn verbindet. Die Küstenwache habe daraufhin ein Schiff in der finnischen Wirtschaftszone festgestellt, das im Verdacht stehe, den Schaden zuvor in der estnischen Zone verursacht zu haben.
Ankerkette war im Wasser
"Die Ankerkette des Schiffes war ins Wasser gelassen", hieß es in der Mitteilung. Die Behörden hätten das Schiff unter ihre Kontrolle gebracht, nachdem es zu einem sicheren Ankerplatz in finnischen Gewässern geleitet wurde. Die Polizei ermittle nun wegen schwerer Sachbeschädigung, versuchter schwerer Sachbeschädigung sowie der Störung des Telekommunikationsverkehrs.
Der finnische Präsident Alexander Stubb teilte im Kurznachrichtendienst X mit, es sei ein Schiff durchsucht worden, das im Verdacht stehe, einen Kabelschaden im finnischen Meerbusen verursacht zu haben. Die Situation werde in enger Abstimmung mit der Regierung beobachtet.
"Finnland ist auf Sicherheitsherausforderungen verschiedener Art vorbereitet und wir werden entsprechend reagieren", schrieb Stubb. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die Ostsee-Anrainer wegen einer Reihe von Störungen an Strom- und Telekommunikationskabeln sowie Gaspipelines in hoher Alarmbereitschaft.
Ähnlicher Fall vor einem Jahr
Der Vorfall erinnert an ähnliche Ereignisse vor gut einem Jahr. Am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 waren Schäden an dem zwischen Finnland und Estland verlaufenden Untersee-Stromkabel Estlink 2 und mehreren Kommunikationskabeln aufgetreten.
Die finnischen Behörden gehen davon aus, dass die Schäden von der Ankerkette des Tankers "Eagle S" verursacht wurden, der der russischen Schattenflotte zugerechnet wird. Gegen den Kapitän und zwei weitere Besatzungsmitglieder wurde inzwischen Anklage erhoben.
Unter Russlands Schattenflotte werden Tanker und andere Frachtschiffe verstanden, die Russland benutzt, um Sanktionen zu umgehen, die dem Land infolge seines Angriffskriegs gegen die Ukraine auferlegt wurden.
gri/haz (dpa, rtr)