Fitch stuft Griechenland herab
9. März 2012
Der Schuldenschnitt Griechenlands ist geschafft – und nun hat mit der Ratingagentur Fitch der dritte Bonitätswächter das Land auf die niedrigste Stufe herabgestuft. Fitch hatte bereits Mitte letzten Jahres angekündigt, den Schritt zu vollziehen, sobald Athens Anleihetausch mit den privaten Gläubigern abgeschlossen ist. Nun wurde die zweitschlechteste Note vergeben, die nichts anderes bedeutet als: "begrenzter Zahlungsausfall".
Zuletzt hatten auch die beiden anderen großen Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's die Kreditwürdigkeit Athens weiter herabgestuft. So hatte S&P die bereits mangelhafte Note "CC" auf ein "Selective Default", also einen teilweisen Zahlungsausfall, gesenkt. Moody's senkte den Daumen ebenfalls und stufte die Bonität von "Ca" auf die niedrigste Stufe "C", was Zahlungsfall bedeutet, herab. Beide hatten damit auf die Einigung zum Schuldenschnitt reagiert.
Abwertungsgrund: Zwangsbeteiligung
Dass nun auch unfreiwillige Gläubiger zum Verzicht auf Forderungen gezwungen werden, gilt als Grund dafür, dass Fitch Griechenland weiter herabgestuft hat. Nach monatelangem Bangen hat das Finanzministerium in Athen am Freitagmorgen eine hohe Beteiligung an dem "freiwilligen" Forderungsverzicht privater Gläubiger bekannt gegeben.
Nach offiziellen Angaben sind 85,8 Prozent der Anleihen unter griechischem Recht und 69 Prozent unter internationalem Recht umgetauscht worden. Die restlichen Anleihen sollen nun auf dem Weg von Umtauschklauseln zusammenkommen, mit denen Anleger auch gegen ihren Willen zum Tausch gezwungen werden können. Die Aktivierung dieser "Collective Action Clauses" (CAC) ist nach einem eigens dafür geschaffenen Gesetz möglich.
Unterhalb vom "begrenzten Zahlungsausfall" gibt es nur noch den völligen Zahlungsausfall (D). Und das bedeutet: Zahlungsausfall ohne Wenn und Aber.
Lo/hp (afp, dpa)